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Dem ACN gelingt der Aufstieg

Die beiden Schwesterflugzeuge vom Typ DG-1001 vor dem Windenstart.Über der Wasserkuppe, der Wiege des Segelfluges.ASH25Mi trifft Piper Cheyenne.

Photos: Martin Fuhr

Völlig unerwartet war die letzte Bundesligarunde fĂŒr den Aero Club NastĂ€tten gleichzeitig die mit Abstand schnellste der Saison. Der 6. Tabellenplatz konnte mit großem Erfolg verteidigt werden. Am Montagmorgen stand endgĂŒltig fest, dass der Aero Club NastĂ€tten wieder ein Erstliga-Verein ist.

Da das Fliegerfest in diesem Jahr um eine Woche vorverlegt wurde, kollidierte dieser Termin mit der letzten Bundesligarunde. Obwohl jede Hand am Samstag fĂŒr den Aufbau und die Vorbereitung des Fliegerfestes benötigt wurde, konnte ein kleines und am Abend sehr erfolgreiches Team zusammengestellt werden, dass mit drei Doppelsitzern den Platz in der Aufstiegszone verteidigen sollte. Die Aufstiegszone erstreckt sich in der 2. Segelflugbundesliga bis zum 7. Tabellenplatz. FĂŒr einen SpĂ€tsommertag war die Thermik ganz ausgezeichnet. Die drei schnellsten Rundengeschwindigkeiten lagen alle ĂŒber 110 km/h. Dass dies zum thermisch ĂŒblicherweise deutlich schwĂ€cheren Saisonende gelang, ist meteorologisch sehr ungewöhnlich. In der gesamten Saison 2015 gab es nur zwei weitere FlĂŒge mit einer Rundengeschwindigkeit jenseits der 110 km/h.

Die Wettervorhersage gab die Strategie fĂŒr die BundesligaflĂŒge vor. Es sollten 20 km/h Ostwind und gute Wolkenthermik bis weit ĂŒber 2.000 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel geben. Die drei Doppelsitzer-Teams sprachen daher ab, auf dem ersten Schenkel gegen den Wind bis zum ThĂŒringer Wald zu fliegen. So konnte im 2,5-stĂŒndigen Zeitfenster ĂŒberwiegend mit RĂŒckenwind zurĂŒck in Richtung NastĂ€tten gesprintet werden. Im losen Team waren die drei Segler unterwegs. Das bedeutet, dass man ĂŒber Funk im Kontakt steht, sich gegenseitig ĂŒber besonders gute Aufwinde informiert und taktische Entscheidungen bespricht. Es gibt auch die Möglichkeit des engen Teamfluges, der besonders viel Konzentration verlangt, weil die Segelflugzeuge meistens weniger als 200 Meter voneinander entfernt in der Luft sind. So kann man den Erfolg bei der Jagd nach guten Aufwinden deutlich verbessern.

Die mit 115,3 km/h höchste Rundengeschwindigkeit erzielte Dieter SchĂ€fer mit Co-Pilot und Coach Holger Back auf dem neuen Vereinsdoppelsitzer "Yankee Delta". Holger Back erzĂ€hlte nach dem Flug, dass er in Deutschland noch nie einen solch guten Augusttag erlebt hat. Die Thermikverteilung war sehr gleichmĂ€ĂŸig mit nur wenigen grĂ¶ĂŸeren Abschnitten ohne Kumuluswolken. Auch vermeintlich thermisch schlechte Gebiete wie die Wetterau waren gut entwickelt. Das Bilderbuchwetter erlaubte eine sehr komfortable Reiseflughöhe zwischen 1.500 und 2.500 Metern. Entgegen der Vorhersage gab es auch am Nachmittag Kumulusbewölkung bis in die Eifel, so dass der RĂŒckenwindschenkel deutlich weiter als erwartet verlĂ€ngert werden konnte. Die krĂ€ftigsten Aufwinde gab es ĂŒber dem ThĂŒringer Wald. Ein Weiterflug entlang des waldreichen Mittelgebirges hĂ€tte den ohnehin schon sehr guten Bundesligaschnitt weiter erhöht. Allerdings wĂ€re dann die Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen erfolgreichen Heimflug deutlich gesunken, so dass sich das Team gegen diese Option entschied.

Jochen Back und Co-Pilot Thomas Paulsen flogen die DG-1001T des Vereins mit dem Wettbewerbskennzeichen "Yankee Hotel". Bereits der erste Aufwind nach dem Windenstart um 12:20 Uhr trug den weißen Vogel auf fast 2.000 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel. ZĂŒgig ging es ostwĂ€rts zum ThĂŒringer Wald. Das "Yankee Hotel"-Team wĂ€hlte auf seinem ersten Schenkel eine nördlichere Flugroute als das "Yankee Delta"-Team. Nur einmal begegneten sich die beiden Segler ĂŒber dem Vogelsberg. Die Fernsicht war so gut, dass man querab der Wasserkuppe bereits den ThĂŒringer Wald sehen konnte. Die "Yankee Hotel" wendete 210 Kilometer von NastĂ€tten entfernt ĂŒber der Sprungschanze Oberhof. Auf dem RĂŒckenwindschenkel wurde eine hervorragende Reisegeschwindigkeit von 134 km/h erreicht. Bei Fulda trafen sich die beiden Schwesterflugzeuge erneut. Von nun an flogen sie gemeinsam in Richtung Westen. Da das Wetter mit maximalen Steigwerten bis 5 m/s und einer Wolkenbasis von 2.500 Metern immer noch sehr gut war, wurde erst kurz vor Mendig ein letztes Mal zum Heimflug gewendet. Jochen Back berichtete, dass er nach vielen schwierigen BundesligaflĂŒgen ohne Wolkenbojen oder sehr geringer Arbeitshöhe endlich mal wieder einen schönen, problemlosen und mit 113 km/h sehr schnellen Bundesligaflug erleben durfte.

Martin Fuhr mit Co-Pilot Uli Leukel flogen auf der "Delta", eine ASH25Mi mit 26 Metern Spannweite, die mit 110,4 km/h drittschnellste Rundengeschwindigkeit des Vereins. Die "Delta" startete als die beiden DG-1001 bereits fast 2.000 Meter in der Luft waren. Sie flogen noch etwas sĂŒdlicher als "Yankee Delta" und "Yankee Hotel". Die Wenden der drei Segler lagen in einem Kreis mit nur acht Kilometern Radius ĂŒber dem ThĂŒringer Wald. Auf dem RĂŒckweg steuerte Fuhr den großen Doppelsitzer direkt an der Wasserkuppe, der Wiege des Segelfluges, vorbei. Die Wolkenbasis erreichte dort fast 2.500 Meter und die Steigwerte lagen zwischen 2,5 und 4 m/s. Ab dem Vogelsberg standen die Kumuluswolken immer weiter auseinander und der Segler nahm Kurs auf Butzbach. Bereits in 70 km Entfernung von NastĂ€tten wurde erstmals die sogenannte Endanflughöhe erreicht, die den Heimflug ohne Aufwinde ermöglicht. Da die StĂ€rke der Aufwinde immer noch nicht nachließ, flog das Team ĂŒber NastĂ€tten hinaus in Richtung des MilitĂ€rflughafens BĂŒchel. Westlich des Rheins ĂŒberraschte eine der letzten Wolken mit einem mittleren Steigen von hervorragenden 4,4 m/s. Erst an der Mosel, 50 Kilometer westlich von NastĂ€tten, lag die letzte Wende. Nach der Landung stand das große Segelflugzeug vor einer 4 Tonnen schweren, zweimotorigen Piper Cheyenne, die zum Fliegerfest am Folgetag angereist war. Die Piper Cheyenne gehört zu den grĂ¶ĂŸten und schwersten Motorflugzeugen, die bisher in NastĂ€tten gelandet sind.

Punktgleich mit dem LSV Homberg/Ohm beendete der AC NastĂ€tten die Bundesliga-Saison 2015 mit 173 Punkten auf dem 6. Tabellenplatz. NĂ€chstes Jahr wird der Verein des Blauen LĂ€ndchens wieder in der 1. Segelflugbundesliga dabei sein. Dann wird es aber wieder deutlich schwieriger, einen vorderen Rundenplatz zu ergattern. Und ein frustrierter Blick auf den Tabellenplatz am Sonntagabend wird wieder wahrscheinlicher. Die Leistungsdichte in der 1. Segelflugbundesliga ist nach den Erfahrungen der letzten Jahre spĂŒrbar höher als in der 2. Segelflugbundesliga. Der Aero Club NastĂ€tten wird nichts unversucht lassen, sich in der Erstliga zu halten.

Text: Jens-Christian Henke

 

Der ACN Aufstieg auf der Kippe

Wenige Sonnenflecken auf dem Boden.In Richtung Limburg ist alles grau.Noch 27.2 km bis zum Heimatflugplatz.
Nur vier Minuten spĂ€ter reißt die Abschirmung auf.

Photos: Martin Fuhr

Der Aero Club NastĂ€tten wird in der letzten Bundesligarunde an seinem Fliegerfest-Wochenende alles geben mĂŒssen, um den Aufstieg in die 1. Segelflugbundesliga zu sichern.

Die europĂ€ische Segelflugsaison 2015 werden die meisten Segelflieger mit keiner guten Schulnote versehen. Die meisten wĂŒrden sich wohl zwischen "ausreichend" und "mangelhaft" entscheiden. Wie gut oder wie schlecht das Segelflugwetter war, lĂ€sst sich auch ganz ausgezeichnet an den erflogenen Rundengeschwindigkeiten ablesen. Hier ist die ErklĂ€rung: Man kann zum einen davon ausgehen, dass die Motivation der Erst- und Zweitligavereine sehr hoch ist. Auch bei grenzwertigem Wetter werden die Hallentore aufgeschoben. Des Weiteren kann man sicher sein, dass die fliegerischen Kenntnisse und Fertigkeiten der Pilotinnen und Piloten weit ĂŒberdurchschnittlich sind. Wenn also ein Verein der beiden oberen Ligen gar keinen Flug einreicht, dann lĂ€sst das nur einen Schluss zu: Das Segelflugwetter war wirklich mies. In der 18. Runde war es ĂŒber Deutschland so schlecht ("Hallo SiebenschlĂ€fer!"), dass von den 30 Zweitligisten nur 13 Vereine wenigstens einen Flug auf den Bundesliga-Server hochladen konnten. Dabei schlug sich der Aero Club NastĂ€tten sehr erfreulich: Von den vier Piloten, die am Samstag in NastĂ€tten abhoben, gelang es immerhin zwei Seglern, die Mindestwertungsgeschwindigkeit von 40 km/h zu ĂŒbertreffen. Leider zerschlug sich am Sonntag die Hoffnung, dass ein Wettbewerbsflug der "Lima Mike" mit Peter Fabian und Olaf Merbt auf der Deutschen Meisterschaft in Stendal bei Berlin fĂŒr die Bundesliga zĂ€hlen wĂŒrde. Obwohl der dritte Flug fehlte, reichte es fĂŒr den 8. Platz und 13 Rundenpunkte.

Jochen Back aus Taunusstein mit Co-Pilot Jörg Lehnigk punkteten auf dem neuen Vereins-Doppelsitzer "Yankee Delta". Da nur niedrige Wolken vorhergesagt wurden, fiel die strategische Entscheidung, das Rheintal im SĂŒden zu befliegen, das etwa 200 Meter niedriger als das SegelfluggelĂ€nde NastĂ€tten liegt. Schnell musste der Plan ĂŒber den Haufen geworfen werden, weil die DG-1001 mit 20 Metern Spannweite bereits ĂŒber dem Wispertal nass wurde. Die Wetteroptik sah in Richtung Wetzlar ĂŒberraschend gut aus, so dass in diese Richtung mit nur 650 m ĂŒber NastĂ€tten abgeflogen wurde. Langsam stieg die Wolkenbasis in nordöstlicher Richtung bis auf die "WohlfĂŒhlflughöhe" von 1.500 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel an. Bei Homberg/Ohm endete der erste 105 Kilometer lange Bundesligaschenkel unter einer thermisch toten Abschirmung. Auf dem zweiten Bundesligaschenkel ging es zurĂŒck nach Butzbach. Dort lockte eine schöne Wolkenstraße das Team nach Marburg/Schönstadt. Auf diesem dritten Bundesligaschenkel wurde eine hervorragende Reisegeschwindigkeit von 114.6 km/h ĂŒberwiegend im Geradeausflug erzielt. Nur 15% der Zeit kreiste der Doppelsitzer in krĂ€ftigen Aufwinden. Der guten Wolkenoptik weiter folgend ging es auf dem vierten und damit letzten Bundesligaschenkel zurĂŒck nach Gießen. Im Durchschnitt ĂŒber die vier Schenkel erzielte das "Yankee Delta"-Team in dem herausfordernd inhomogenen Thermikwetter eine sehr gute Rundengeschwindigkeit von 82.0 km/h. Zum GlĂŒck hatte sich jetzt im SĂŒden eine SonnenlĂŒcke gebildet, sodass der RĂŒckflug unproblematisch war.

Nur 10 Minuten spĂ€ter als die "Yankee Delta" startete Werkstattleiter Martin Fuhr mit Co-Pilot Uli Leukel auf dem großen Doppelsitzer "Delta" (26,5 Meter Spannweite). Da die Bewölkung von SĂŒden her immer dichter wurde und die Schauer immer nĂ€her kamen, flogen die beiden ebenfalls mit Kurs Nordost. Unter der dichten hohen Abschirmung bildeten sich Kumuluswolken mit einem Bedeckungsgrad von 2-3/8teln. Anfangs lag die Wolkenbasis bei nur 1.200 m ĂŒber dem Meeresspiegel. Erst auf der Höhe von Wetzlar und Gießen lockerte sich die abschirmende Bewölkung auf, so dass durch die stĂ€rkere Sonneneinstrahlung deutlich bessere thermische Aufwinde entstehen konnten. Auch die "Delta"-Mannschaft flog zuerst bis Homberg/Ohm und auf dem zweiten Schenkel zu den Lahnbergen bei Marburg. Dort wendete das Team, um nun in Richtung Vogelsberg zu fliegen. Eine Wolkenstraße versprach gute Bedingungen und die Basis war inzwischen auf 1.500 bis 1.600 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel angestiegen. Nördlich des Hoherodskopfes wendete die "Delta" ein letztes Mal und flog in Richtung Heimat. Wenige Kilometer sĂŒdöstlich von Wetzlar endete das 2,5-stĂŒndige Bundesligazeitfenster. Problematisch fĂŒr den RĂŒckflug war, dass der Gegenwind auf bis zu 30 km/h zunahm und sich außerdem die abschirmende Bewölkung wieder verdichtete. In Richtung Heimat waren Schauer zu sehen und das Team war daher nicht sehr optimistisch, NastĂ€tten ohne den Einsatz des Motors erreichen zu können. Eine sĂŒdlichere Routenwahl ĂŒber Riedelbach in Richtung Bad Camberg zahlte sich aus. Bei Selters fand sich ein letzter Aufwind, der den Doppelsitzer bis auf 1.400 Meter trug, so dass genug Höhe fĂŒr den 27 km weiten Gleitflug nach NastĂ€tten zur VerfĂŒgung stand.

Am nĂ€chsten Wochenende entscheidet sich, ob dem Aero Club NastĂ€tten der Aufstieg in die 1. Segelflugbundesliga gelingt. Die Voraussetzungen sind auf dem aktuell 6. Tabellenplatz gut. Trotzdem wird der Verein einen vollen Einsatz leisten mĂŒssen, damit das Ziel nicht auf die nĂ€chste Saison verschoben werden muss. Erschwerend kommt hinzu, dass der Verein jedes Mitglied benötigt, um das traditionelle Fliegerfest erfolgreich vorbereiten und durchfĂŒhren zu können. Momentan schauen die Wetterprognosen fĂŒr das kommende Wochenende sehr erfreulich aus. DrĂŒcken sie dem ACN die Daumen und das möglichst vor Ort am Sonntag auf dem SegelfluggelĂ€nde NastĂ€tten. Dort erwarten Sie viele fliegerische Attraktionen, leckerer Kuchen und herzhafte GrillspezialitĂ€ten.

Text: Jens-Christian Henke

Ein weiterer Trostpunkt dank AuswÀrtsspieler

An den vorherigen Wochenenden eignete sich immerhin einer der beiden Rundentage fĂŒr BundesligaflĂŒge. In der 17. Runde war in der Warmluft ĂŒber dem Blauen LĂ€ndchen leider gar nichts mehr drin. AuswĂ€rtsspieler erfliegen immerhin einen Trostpunkt.

Eine feuchte, warme und thermisch sehr unwillige Luftmasse lag ĂŒber dem Westen der Republik. An ÜberlandflĂŒge war nicht zu denken. Zum GlĂŒck nehmen zurzeit Segelflugreferent Peter Fabian und Olaf Merbt an der Deutschen Segelflugmeisterschaft 2015 in der Offenen Klasse in Stendal teil, das etwa 80 Kilometer westlich von Berlin liegt.

Am Sonntag, dem vierten Trainingstag, gelang dem Team der "Lima Mike" ein mit 61,6 km/h guter Bundesligaflug fĂŒr den Aero Club NastĂ€tten. Auf ihrer ASH25E (25,6 Meter Spannweite) punkteten sie auf einem Flugabschnitt im SĂŒdosten des Startflugplatzes.

Auf dem 25. Rundenplatz erhĂ€lt man nur einen Anerkennungspunkt, so dass der ACN in der Tabelle recht deutlich von Platz 4 auf Platz 7 abrutscht. Damit liegt der Verein nur noch knapp in der Aufstiegszone. Jetzt wird es wirklich spannend, da die verbleibenden beiden Bundesligarunden ĂŒber den Wiederaufstieg in die 1. Segelflugbundesliga entscheiden werden.

Text: Jens-Christian Henke

 

Nur ein Trostpunkt fĂŒr den ACN

Queranflug mit dem Schulungsdoppelsitzer auf NastĂ€tten.Anflug einer Ryan Air-Maschine auf Frankfurt Hahn.Höhe tanken ĂŒber dem Stahlwerk Dillingen.
Das geglĂ€ttete Steigen betrug im besten Aufwind des Tages sĂŒdafrikanische 5,6 m/s.Entspannter RĂŒckflug nach NastĂ€tten.Der Windpark auf dem Grauen Kopf kurz vor der Landung.

Endlich konnte die Piloten des Blauen LĂ€ndchens an beiden Tagen des Wochenendes starten. Am Samstagabend lag der ACN mit 20 Punkten auf dem ersten Rundenplatz. Am Sonntagabend musste er sich mit nur einem sehr ernĂŒchternden Rundenpunkt abfinden.

Der SiebenschlĂ€fer ist im Sommerurlaub und endlich kann wieder die Sonne scheinen. Über dem Blauen LĂ€ndchen konnte an beiden Tagen der 16. Bundesligarunde gepunktet werden. Entgegen den Vorhersagen entwickelten sich am Samstag ĂŒber dem Saarland und Rheinland-Pfalz hohe Kumuluswolken mit krĂ€ftigen Aufwinden. Der Rest der Republik musste sich mit deutlich schwierigerem Segelflugwetter auseinandersetzen. Das schlug sich auch in der Wertung nieder: Der Aero Club NastĂ€tten stand am Samstagabend ganz oben in der Wertungsliste der 16. Runde. Sogar der eher geruhsame Schulungsdoppelsitzer "Yankee Fox" vom Typ ASK21 fand sich abends in der ACN-Wertung. Auf dem 70 Kilometer langen dritten Bundesligaschenkel sorgte eine perfekte Aufwindreihung fĂŒr eine bemerkenswerte Reisegeschwindigkeit von 112 km/h. Die Freude auf die Platzierung hielt jedoch nicht lange an, da der Sonntag die Ligaflieger der ersten und zweiten Bundesliga großflĂ€chig mit guter bis sehr guter Wolkenthermik erfreute. Nur ĂŒber dem nördlichen Drittel Deutschlands bremste Blauthermik die Luftrennen. Die Summe der drei schnellsten ACN-FlĂŒge betrug 286 km/h. Das ist kein schlechtes Ergebnis, hat dem Verein auf Platz 21 aber nur einen Trostpunkt gebracht. Die Leistungsdichte war hoch: Der Unterschied zwischen Platz 11 und Platz 21 betrug lediglich 20 km/h, also weniger als 7 km/h pro Pilot.

Entscheidend fĂŒr hohe Reisegeschwindigkeiten im Segelflug ist das schnelle Auffinden von möglichst krĂ€ftigen AufwindschlĂ€uchen. Werden diese am oberen Ende durch Blumenkohlwolken markiert, dann ist die Suche erheblich einfacher als bei Blauthermik, wenn die AufwindschlĂ€uche unsichtbar im Luftraum stehen. Bei Wolkenthermik kann der erfahrene Segelflieger die StĂ€rke der Aufwinde anhand der Wolkenform abschĂ€tzen. Perfekte Segelflugbedingungen herrschen, wenn sich die starken, durch Wolken markierten Aufwinde auch noch eng hintereinander aufreihen. Dann kann man sich das zeitraubende Kreisen sparen, indem man im Aufwind langsam und zwischen den Aufwinden schnell fliegt.

Moritz Althaus flog am Sonntag mit Coach und Co-Pilot Jens-Christian Henke die "Yankee Hotel" des Vereins, eine DG-1001T mit 20 Metern Spannweite. Sie starteten gegen 12:30 Uhr bei lebhaftem Seitenwind von links an der Winde. Ihre Ausklinkhöhe von mageren 260 Metern erlaubte nur ein kleines Zeitfenster fĂŒr die Aufwindsuche, weil in ca. 180 Metern bereits mit dem Landeanflug begonnen werden muss. Nach nur fĂŒnf Minuten rollte der Segler auf der Landebahn aus. Nach dem zweiten Start eine halbe Stunde spĂ€ter gelang der Anschluss an die Thermik. Da der Wind oberhalb von 1.800 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel ungewöhnlich schwach war, spielte er fĂŒr taktische Überlegungen keine Rolle. Das Team flog unter den Aufwindreihungen ĂŒber dem Soonwald und HunsrĂŒck bis nach Baumholder. Dort endete die Wolkenthermik und es ging zurĂŒck nach NastĂ€tten. Zeit ging verloren, weil hier die Wolken zu riesengroßen Pfannkuchen auseinander gelaufen waren. Auch dann weiß der Segelflieger nicht so recht, wo er den Aufwindschlauch suchen soll. Erst ĂŒber dem HunsrĂŒck stieg die Reisegeschwindigkeit wieder deutlich an, weil die Kumuluswolken schön kompakt waren. Die Wolkenbasis war mittlerweile so weit angestiegen, dass Flughöhen ĂŒber 2.500 Metern erreicht wurden. Aus dieser großen Höhe war es kein Problem, den erstklassigen Aufwind ĂŒber dem Stahlwerk Dillingen anzufliegen.

Fußnote: Industriethermik ist ein fester Bestandteil des Aufwind-Instrumentariums im Segelflug. Dazu gehören zum Beispiel die BASF Ludwigshafen und KĂŒhltĂŒrme von Kohle- und Kernkraftwerken. Letztere dĂŒrfen seit den 9/11-AnschlĂ€gen aus sehr fragwĂŒrdigen Sicherheitsargumenten nur oberhalb einer Mindesthöhe oder gar nicht mehr angeflogen werden. Die KĂŒhltĂŒrme des französischen Atomkraftwerks Cattenom sind seit vielen Jahren fĂŒr Segelflieger völlig tabu. Es droht im schlechtesten Fall der Abschuss und im besten Fall ein Bußgeld von 100.000 Euro. Der hohe Temperaturunterschied zwischen der Industrieanlage und der Lufttemperatur produziert fast immer sehr krĂ€ftige und sehr zuverlĂ€ssige Aufwinde.

Auf dem zweiten RĂŒckweg nach NastĂ€tten endete das 2,5-stĂŒndige Zeitfenster fĂŒr die "Yankee Hotel", so dass das Team den Rest des Tages ganz entspannt in der angenehm kĂŒhlen Höhenluft verbringen konnte. Erst nach ĂŒber 6 Stunden, mehr als 540 Kilometern Flugstrecke und einer Rundengeschwindigkeit von 98,2 km/h rollte der Doppelsitzer vor der großen grĂŒnen Halle aus.

Der NastĂ€tter Malte Bernhardt erflog auf seinem Elektrosegler Antares 20E (20 Meter Spannweite) eine Rundengeschwindigkeit von 95,8 km/h. Die schönen Sonntagswolken lockten auch ihn ĂŒber den HunsrĂŒck. Dort flog er drei schnelle Bundesliga-Schenkel. Er entschied sich fĂŒr den landschaftlich sehr reizvollen RĂŒckflug ĂŒber das Moseltal.

Den drittschnellsten Flug erzielte Segelflugreferent Peter Fabian bereits am Samstag auf seiner LS4 "Hotel Papa" (15 Meter Spannweite). Er hatte ein 350 Kilometer großes Dreieck bereits vor seinem Start in Bad Sobernheim in den Flugdatenschreiber einprogrammiert. FĂŒr die dezentrale Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) ergibt so eine Voranmeldung von FlĂŒgen Bonuspunkte, wenn man die Wenden erreicht. Seine deklarierten und auch erreichten Wendepunkte waren der Segelflugplatz Dillingen, der Flugplatz Dahlemer Binz und der Segelflugplatz Laufenselden. Um sich das AbrĂŒsten und die ÜberfĂŒhrung seines Segelflugzeuges im TransportanhĂ€nger zu ersparen, flog er nach dem Schließen des Dreiecks ĂŒber Bad Sobernheim nach NastĂ€tten. Im Bundesligazeitfenster erreichte er eine Rundengeschwindigkeit von 91,6 km/h.

Leider konnte aufgrund eines technischen Problems der mit 94,9 km/h drittschnellste Bundesligaflug nicht gewertet werden. Das Team Torsten Besser und Martin Fuhr waren am Samstag in dem neuen Vereinsdoppelsitzer "Yankee Delta" ĂŒber dem HunsrĂŒck in der Luft.

Obwohl die 16. Runde nur einen Trostpunkt abgeworfen hat, rutscht der ACN in der Tabelle um nur einen ZĂ€hler auf den vierten Rang ab. Diese an sich erfreuliche Tatsache darf aber nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass sich der Abstand auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz dramatisch verringert hat und jetzt nur noch vier Punkte betrĂ€gt. Daher wird der ACN wĂ€hrend der verbleibenden drei Runden alles geben, um den Aufstieg in die erste Segelflugbundesliga zu sichern. Falls erforderlich wird der Verein auch wĂ€hrend des Fliegerfestes am 23. August fĂŒr die Bundesliga punkten.

Text: Jens-Christian Henke

 

ACN-Aufstieg wird immer wahrscheinlicher

FrĂŒher Schlepp hinter dem Vereinsmotorsegler mit Blick auf NastĂ€tten.Zweifacher Vizeweltmeister Holger Back im vorderen Sitz.Zwei Segler teilen sich einen Aufwind bei Idar-Oberstein.
Großer Doppelsitzer Grauer Himmel ĂŒber dem Grauen Kopf.Neuer Vereinsdoppelsitzer
RĂŒckholaktion der ASK21 aus Ailertchen.RĂŒckschlepp nach Ailertchen.In NastĂ€tten gestrandete Segelflugzeuge des Streckenflugtrainings in Bad Sobernheim.

Photos: Jens-Christian Henke, Thomas Paulsen

Wild entschlossene 13 Pilotinnen und Piloten des Aero Club NastÀtten flogen vor einer aufziehenden Regenfront in der 15. Runde auf einen hervorragenden dritten Rundenplatz.

Auch in der 15. Bundesligarunde grĂŒĂŸte der SiebenschlĂ€fer die Pilotinnen und Piloten des Blauen LĂ€ndchens. Dieses Mal mit einem sehr stĂŒrmischen und regnerischen Samstag, der jeden Gedanken an einen Wertungsflug im Keim erstickte. Am Sonntag erfreute ein kleines Zwischenhoch mit sehr guter Fernsicht, Bilderbuchwolken und sehr guten Aufwinden. Allerdings musste man sich mit dem Heimflug beeilen, da die Wettermodelle schon am frĂŒhen Nachmittag die Ankunft der nĂ€chsten Regenfront vorhersagten. Vielen Teilnehmern am Streckenflugtraining des Landesverbandes in Bad Sobernheim gelang dies nicht. Als dicke Schichtbewölkung die Sonneneinstrahlung abschnĂŒrte, entschlossen sie sich zur Landung in NastĂ€tten. Es regnete bereits, als die letzten SchleppzĂŒge am Abend abhoben. Um den Heimflug nach Bad Sobernheim doch noch zu ermöglichen, waren schließlich drei Ultraleichtflugzeuge sowie der ACN-Motorsegler im Einsatz.

WĂ€hrend die Bundesligaflieger in der Luft waren, kam es zu einer ungewöhnlichen RĂŒckholaktion. Von dem im Westerwald gelegenen Flugplatz Ailertchen war ein Schulungsdoppelsitzer zu einem "Schnupperflug" gestartet. Der Segelfluginteressierte bekam ein ganz besonderes Programm geboten, nachdem wegen ausbleibender Thermik auf dem ehemaligen SegelfluggelĂ€nde Singhofen gelandet werden musste. Da ein RĂŒckschlepp wegen der fehlenden Flugplatzzulassung nicht möglich war, wurde das Segelflugzeug demontiert und im großen AnhĂ€nger des ACN verstaut. Nur eine gute Stunde spĂ€ter startete der Doppelsitzer in NastĂ€tten hinter der Super Dimona des ACN. Segelflieger sind halt sehr hilfsbereite Menschen und durch diese extrem schnelle Aktion konnte der Ausbildungsbetrieb in Ailertchen mit einer vergleichsweise kurzen Unterbrechung fortgesetzt werden.

Am Sonntag starteten sieben ACN-Piloten in Bad Sobernheim und nur sechs in NastĂ€tten. Die erzielten Rundengeschwindigkeiten lagen zwischen 47 km/h und 102 km/h. Dabei war der Startort NastĂ€tten klar im Vorteil, weil er deutlich spĂ€ter von der Abschirmung der aufziehenden Regenfront erfasst wurde. Das zeigt sich auch in der Rangliste. Der Startort der fĂŒnf schnellsten FlĂŒge war NastĂ€tten.

PĂŒnktlich zum Beginn des ACN-Sommerfluglagers wurde der neue Doppelsitzer des Vereins ausgeliefert. Die DG-1001T "Yankee Hotel" hat eine Schwester bekommen, da die neue "Yankee Delta" ebenfalls eine DG-1001 ist. Allerdings fehlt das "T" in der Typbezeichnung, da es sich um ein reines Segelflugzeug ohne Triebwerk handelt.

Mit dem neuen Segler lieferten Holger Back mit Co-Pilot Jens-Christian Henke gleich den schnellsten Bundesligaflug ab. Bereits kurz nach 11:00 Uhr waren sie in der Luft. Den hintereinander gereihten Cumuluswolken folgten sie zunĂ€chst mit wenigen Kreisen nach Limburg. Dort ging es gegen den SĂŒdwestwind ĂŒber NastĂ€tten zurĂŒck bis zum Rhein. Eigentlich war jetzt ein langer RĂŒckenwindschenkel geplant, doch schauten die Wolkenentwicklungen ĂŒber dem Soonwald vielversprechend aus. Die Entscheidung war richtig und es wurde erst ĂŒber dem Ort Baumholder gewendet. Jetzt folgte ein 236 Kilometer langer Schenkel mit RĂŒckenwind und Kurs Nordnordost bis nach Bad Wildungen. Dabei wurde vom Team bewusst in Kauf genommen, dass wegen des nahenden Schlechtwettergebietes der RĂŒckflug nach NastĂ€tten nicht gelingen wĂŒrde. Die Navigation auf diesem Flug musste wie in alten Zeiten mit Kompass und den offiziellen Flugkarten durchgefĂŒhrt werden, da das neue Segelflugzeug noch nicht mit einem Bordrechner ausgestattet ist. Zum GlĂŒck ist das Umfalten der großen Karten in einem Doppelsitzer unproblematisch, weil man sich ja mit dem Fliegen abwechseln kann. Auf dem RĂŒckflug wurden Flughöhen knapp ĂŒber 2.000 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel erreicht. Die Regenfront kam langsamer als prognostiziert voran und mit dem letzten Aufwind weit vor dem Flugplatz war der Endanflug auf NastĂ€tten möglich. Allerdings hĂ€tte die Entscheidung zum RĂŒckflug nicht wesentlich spĂ€ter getroffen werden dĂŒrfen. Der Einstand fĂŒr das neue Mitglied im ACN-Flugzeugpark kann sich sehen lassen: Holger Back erzielte eine hervorragende Rundengeschwindigkeit von 102,3 km/h.

Martin Fuhr mit Co-Pilot Uli Leukel steuerten ihre "Delta" mit Àhnlicher Strategie unter den zahlreichen Cumuluswolken wie aus dem Bilderbuch. Ihre erste Wende lag kurz vor Idar-Oberstein und ihre zweite auf der Höhe des Edersees. Im Endanflug auf NastÀtten begegneten sie der "Yankee Delta". Ihr Beitrag zum Rundenkonto betrug 93,9 km/h.

Der NastĂ€tter Malte Bernhardt startete auf seiner Antares 20E als erster Bundesligaflieger bereits um 10:30 Uhr. Er schaute zunĂ€chst bei den Vereinskameraden in Bad Sobernheim vorbei. Dort lag seine erste Wende. Auf seinem RĂŒckwegschenkel flog er deutlich nördlicher als "Delta" und "Yankee Delta". Er ĂŒberflog das komplette Sauerland und wendete erst 10 Kilometer nördlich von Brilon. Im 2,5-stĂŒndigen Zeitfenster betrug seine Rundengeschwindigkeit 83,8 km/h.

Mit einem sehr guten dritten Platz in der 15. Runde und weiteren 18 ZĂ€hlern auf dem Rundenkonto macht der ACN in der Tabelle zwei Schritte nach vorne. Er liegt jetzt auf Platz 3 und damit klar in der Aufstiegszone, die die ersten sieben PlĂ€tze umfasst. Da nur noch vier Runden ausgeflogen werden, steigt die Wahrscheinlichkeit fĂŒr den RĂŒckaufstieg in die 1. Segelflugbundesliga weiter an.

Keine vier Wochen dauert es mehr bis zum Fliegerfest am 23. August. An diesem Sonntag wird auch die neue DG-1001 "Yankee Delta" getauft. Sind Sie dabei?

Text: Jens-Christian Henke

 

Der ACN im Aufstieg?

Peter Fabian und Alfred Perlich (v.l.n.r.)
Photo: Michael Schmitt

In einer schwierigen 14. Bundesligarunde erflog der Aero Club NastÀtten 16 Rundenpunkte.

Die SiebenschlĂ€fer-Regel scheint sich leider auch in diesem Jahr wieder zu bewahrheiten. Der Sonntag fiel in der 2. Segelflugbundesliga als Wettkampftag komplett ins Wasser. Da jeder der 30 Vereine pro Runde beliebig viele FlĂŒge einreichen kann, aber nur die drei schnellsten gewertet werden, ergibt sich eine maximale Anzahl von 90 LigaflĂŒgen pro Runde. 33 FlĂŒge wurden bis zum Wertungsschluss am Montag um 10:00 Uhr eingereicht. 14 Vereine tauchten ĂŒberhaupt nicht in der Wertung auf. Auf den Satellitenbildern des Sonntags waren nur wenige WolkenlĂŒcken zu erkennen, die fĂŒr einen Ligaflug geeignet waren. Multipliziert die minimale Rundengeschwindigkeit von 40 km/h mit den 2,5 Stunden des Zeitfensters, dann erhĂ€lt man eine Flugstrecke von 100 Kilometern, die sich laut Reglement auf bis zu vier Schenkel verteilen darf. Je nach Handicap-Faktor des Segelflugzeuges ergeben sich Mindestflugstrecken zwischen 82 und 118 Kilometern. In der AtmosphĂ€re war viel Energie, die zum Teil sehr gute Aufwinde entstehen ließ. Auf der Kehrseite der Medaille waren breitflĂ€chige Abschirmungen ohne Thermik, Regenschauer und ein sehr lebhafter Wind aus westlichen Richtungen. Von der Flugtaktik und auch vom GlĂŒck hing es ab, ob man möglichst viele Zonen mit hoher Energie in das 2,5-stĂŒndige Zeitfenster legen konnte, so dass am Ende ein schneller Bundesligaflug herauskam.

Dem NastĂ€tter Malte Bernhardt gelang dies ganz vorzĂŒglich. Auf seiner Antares 20E (20 Meter Spannweite) flog er mit wenig Risiko gegen den mit 35 km/h sehr lebhaften Wind 125 Kilometer weit bis zur französischen Grenze. Dort wendete er zum Start des Bundesligazeitfensters in den RĂŒckenwind. ZurĂŒck nach NastĂ€tten benötigte er mit einer hervorragenden Reisegeschwindigkeit von 126 km/h nur 57 Minuten. Hier gab es die erste schwierige Entscheidung. Nordöstlich standen zwar verlockende Kumuluswolken, doch dahinter breitete sich Stratusbewölkung aus, die keine Hoffnung auf Aufwinde machte. Bernhardt entschied sich fĂŒr eine Routenwahl entlang des Taunuskamms bis zum Vogelsberg, die mit ĂŒberreifen Kumuluswolken und vereinzelten Gewitterwolken deutlich mehr Energie in der AtmosphĂ€re versprach. Seine Entscheidung war völlig richtig, da er zum Teil sehr gute Aufwinde ĂŒberwiegend im Geradeausflug nutzen konnte. Dazu musste er zwar zick zack fliegen, doch das ist fast immer zeitsparender als das Kreisen im Aufwindschlauch. Mehrfach wurde sein Flugzeug in kurzen Regenschauern nass. Die Aufwindreihung ging mit der Zeit in eine sogenannte Konvergenzlinie ĂŒber. Bei einer Konvergenzlinie strömen Luftmassen aus unterschiedlichen Richtungen zusammen. Im Bereich der Linie des Zusammenströmens kann die Luft nur noch nach oben ausweichen. Das bedeutet fĂŒr den Segelflieger, dass entlang der Energielinie Aufwinde fast ohne Unterbrechung fĂŒr den sehr schnellen Geradeausflug ohne Höhenverlust genutzt werden können. Auf dem zweiten Schenkel war Bernhardt 133 km/h schnell. Gut 10 Kilometer östlich von Bad Hersfeld lag seine zweite freie Wende und es begann der RĂŒckflug nach NastĂ€tten. Die Energielinie konnte Bernhardt weitere 34 Kilometer ohne Kreis nutzen, bevor sie in Richtung des fĂŒr Segelflugzeuge gesperrten Frankfurter Luftraumes verschoben wurde. Im Bereich der A3 gab es keine Wolken mehr und er musste fĂŒr den Heimflug zweimal den Elektromotor starten. Nach Anwendung des Handicap-Faktors ergab sich eine Rundengeschwindigkeit von 111 km/h.

Etwa eine Stunde spĂ€ter waren die meteorologischen Bedingungen nicht mehr ganz so gut. Segelflugreferent Peter Fabian flog auf seiner DG-800B "Juliett Delta" (18 Meter Spannweite) ebenfalls gegen den Wind zur französischen Grenze. Auf dem RĂŒckweg nach NastĂ€tten erzielte er eine Reisegeschwindigkeit von fast 100 km/h. Anders als Bernhardt entschied er sich jedoch unweit von NastĂ€tten fĂŒr einen weiteren Gegenwindschenkel. Ohne weiteren RĂŒckenwindturbo lag seine Rundengeschwindigkeit am Ende bei nur 74,2 km/h.

Das Team der 14. Runde komplettierte Alfred Perlich auf seiner DG-200 "Echo Lima" (17 Meter Spannweite). Er startete erheblich spĂ€ter als seine Teamkollegen und wendete bereits bei Idar-Oberstein in den RĂŒckenwind. Seine Hoffnungen auf einen schnellen RĂŒckenwindschenkel wurden jedoch durch breitflĂ€chige Abschirmungen ĂŒber dem Soonwald zunichte gemacht. Um eine Außenlandung zu verhindern, musste Perlich kurz nach der Überquerung des Rheins auf Höhe des Soonwaldes nach SĂŒden ins Rheintal abgleiten. Über dem Flugplatz Langenlonsheim betrug seine Flughöhe nur noch 300 Meter ĂŒber Grund. Mit etwas GlĂŒck konnte er wieder Höhe tanken, um ĂŒber RĂŒdesheim nach NastĂ€tten zurĂŒckzufliegen. Seine Rundengeschwindigkeit von 45,9 km/h war zwar vergleichsweise langsam, fĂŒr die gute Platzierung des ACNs in der 14. Runde aber sehr hilfreich.

Wieder bewahrheitete sich die langjĂ€hrige Erkenntnis, dass die Segelflugbundesliga an den schwachen Tagen gewonnen wird. Obwohl der DJK Landau nur einen Flug einreichte, konnte der Verein auf dem letzten Rundenplatz fĂŒnf Rundenpunkte erzielen. Der ACN auf Platz 5 sammelte 16 ZĂ€hler und arbeitete sich in der Tabelle von Rang 8 auf Rang 5 hoch. Damit steigen wieder die Chancen des Vereins auf den Wiederaufstieg in die 1. Segelflugbundesliga, da nur noch fĂŒnf Runden an den kommenden Wochenenden ausgetragen werden.

Das traditionelle Fliegerfest des Aero Club NastĂ€tten findet in vier Wochen statt, da es vom letzten Wochenende im August auf das vorletzte Augustwochenende vorverlegt wurde. Notieren Sie sich daher bitte den 23.08.2015! Am bisher ĂŒblichen Fliegerfest-Wochenende können Sie zwar auch gerne das SegelfluggelĂ€nde des Blauen LĂ€ndchens besuchen. Allerdings haben Sie dann bedauerlicherweise die fliegerischen Attraktionen, die erfrischenden GetrĂ€nke, den leckeren Kuchen und die herzhaften BratwĂŒrste mit Pommes verpasst.

Text: Jens-Christian Henke

 

Erneut sĂŒdafrikanische Thermik

Der NĂŒrburgring aus niedriger Höhe.Die Wolkenbasis lag ĂŒber 2.700 m hoch.Frankfurt mit Wolkenkratzern.
Großer Feldberg.Jens-Christian Henke und Moritz Althaus.Martina Kirchberg kontrolliert die Ruder der MDM-1 Fox.
Deutsches Eck Koblenz.Bad Nauheim und der Flugplatz Ober Mörlen.Ungewöhnliche Wolkenstrukturen.
Nebensonne wĂ€hrend des RĂŒckschlepps von Anspach nach NastĂ€tten.

Photos: Michael Schmitt, Jens-Christian Henke

In einem kleinen Bereich westlich von Koblenz genossen die Piloten des Blauen LĂ€ndchens am Samstag sehr gute Segelflugbedingungen.

Es war nicht ganz so heiß, aber sonst erinnerte das Segelflugwetter sehr stark an die 12. Bundesligarunde. Erst am Nachmittag entwickelte sich krĂ€ftige und hochreichende Thermik, die mit Kumulusbewölkung markiert war. Leider standen die schönen Wolken zum Teil innerhalb des fĂŒr Segelflugzeuge gesperrten Luftraums um den internationalen Verkehrsflughafen Hahn. Mit eingeschaltetem Transponder ließen sich jedoch bestimmte Abschnitte des Luftraumes befliegen. Es gelang sogar, oberhalb des Luftraumes zu segeln, weil die Thermik die leisen Flugzeuge in Flughöhen bis 2.800 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel trug. Am Sonntag zog bereits gegen Mittag dichte mittelhohe Bewölkung ĂŒber NastĂ€tten auf, so dass dieser Tag fĂŒr LigaflĂŒge ausfiel. Pech hatte Segelflugreferent Peter Fabian mit Co-Pilot Michael Schmitt. Sie kamen dem NĂŒrburgring viel nĂ€her als gewĂŒnscht. Bei hochreichender Thermik ist es besonders schwierig und zeitraubend, sich aus weniger als 400 Metern ĂŒber Grund wieder nach oben zu arbeiten. So gelangen jedoch spektakulĂ€re Aufnahmen der berĂŒhmten Rennstrecke aus einem Segelflugzeug.

Parallel zum normalen Flugbetrieb in NastĂ€tten lief die Fortsetzung des Sicherheitsseminars "Trudeln aus jeder Fluglage". Martina Kirchberg und ihr Team zeigten weiteren Interessenten, wie man das Trudeln vermeidet und wie man es schnell ausleitet, wenn doch einmal in diese Situation gerĂ€t. Zum Einsatz kam wieder das reinrassige Kunstflugsegelflugzeug vom Typ MDM-1 Fox "Spucknich" der Kunstfluggemeinschaft Hessen. Nach einer sehr ausfĂŒhrlichen Einweisung schleppte die krĂ€ftige Aviat Husky des Nachbarvereins Laufenselden den Segler mit jetĂ€hnlichen Flugeigenschaften auf eine Höhe von 1.100 Meter ĂŒber NastĂ€tten. Jeder absolvierte zwei Starts, um das Ein- und Ausleiten des Trudelns aus verschiedenen Fluglagen zu ĂŒben. Höhepunkt der Übungen war das RĂŒckentrudeln, das besondere Anforderungen an das Können der Pilotinnen und Piloten stellt.

FĂŒr den Wiesbadener Jens-Christian Henke war das ein intensiver Flugtag. Nach seinen beiden Starts auf dem Kunstflugdoppelsitzer setze er sich in die DG-1001T "Yankee Hotel" des Vereins, um noch fĂŒr die Bundesliga zu punkten. Mit Co-Pilot Moritz Althaus startete er erst um 14:45 Uhr an der Winde. Gleich nach dem Ausklinken ging es in einem krĂ€ftigen Aufwind aufwĂ€rts bis auf die ĂŒber NastĂ€tten maximal mögliche Flughöhe von knapp 2.000 Metern. Auf dem Weg in Richtung Koblenz gab es die ersten Wolkenquellungen bereits vor dem Rhein. Die Aufwindsuche ist erheblich einfacher, wenn die aufsteigenden WarmluftschlĂ€uche durch Kumuluswolken markiert sind. Dieser Luxus hielt jedoch nicht lange an. 50 Kilometer nordwestlich von NastĂ€tten wurden der Himmel zunehmend blau und die Cirrusbewölkung immer dicker. Das Team entschied sich zur Umkehr und flog 44 km weit nach NastĂ€tten zurĂŒck, um den dritten Bundesligaschenkel wieder unter den schönen Quellwolken platzieren zu können. Unweit der ersten Wende lag die dritte Wende und es begann der vierte und damit letzte Bundesligaschenkel. Um das 2,5-stĂŒndige Zeitfenster mit dem lebhaften Wind als RĂŒckenwindturbo auszuschöpfen, gab es nur einen Weg: Einen fast 100 Kilometer weiten Gleitflug aus ĂŒber 2.700 Metern bis nach Bad Nauheim. Nachteil dieser Strategie war der Heimflug, der zu so spĂ€ter Stunde, dem Gegenwind und der deutlich abnehmenden Sonneneinstrahlung kaum möglich war. Eine Landung auf dem Flugplatz Ober Mörlen war schon ĂŒber Funk vereinbart, als es doch noch gelang, auf 1.500 Meter zu steigen. Dieses Höhengeschenk erlaubte den Gleitflug zum Verkehrslandeplatz Anspach unweit des Großen Feldbergs. Erst um 20:30 Uhr rollte die "Yankee Hotel" nach dem RĂŒckschlepp auf der NastĂ€tter Landebahn aus. Mit einer Rundengeschwindigkeit von 86,4 km/h war das Doppelsitzer-Team sehr zufrieden. Der Aufwand hatte sich gelohnt.

Mit 82,5 km/h erzielten Martin Fuhr und Uli Leukel auf der ASH25Mi "Delta" die zweitschnellste Rundengeschwindigkeit. Sie flogen weit in die Vulkaneifel hinein. 10 Kilometer sĂŒdwestlich des fĂŒr sein Mineralwasser bekannten Ortes Gerolstein wendeten sie den großen Doppelsitzer. Die zweite Wende lag direkt ĂŒber dem Rhein bei St. Goarshausen. Am westlichen Ende des Soonwaldes traten sie den vierten Bundesligaschenkel an. Das Barogramm zeigte eine maximale Flughöhe von mehr als 2.700 Meter.

Der NastÀtter Malte Bernhardt komplettierte auf seiner Antares 20E das Bundesligateam der 13. Runde mit einer Rundengeschwindigkeit von 75,4 km/h. Nach dem fast lautlosen Elektrostart zog es ihn ebenfalls in die NÀhe von Gerolstein. Und wie die "Delta" wendete er bei St. Goarshausen. Dazwischen lag jedoch eine weitere Wende in der NÀhe des Ortes Oberfell an der Mosel. Sein Bundesligazeitfenster endete unweit des Flugplatzes Mendig. Als Kommentar zu seinem Flug schrieb Bernhardt im Online Contest, dass er ohne die Segelflugbundesliga wahrscheinlich nicht geflogen wÀre und so einen hochinteressanten Flug mit hochreichender Thermik und seltenen Wellenaufwinden verpasst hÀtte.

Eine Konstante der diesjĂ€hrigen Bundesligasaison ist das insgesamt unterdurchschnittlich gute Segelflugwetter. Auch in der 13. Runde reichten nicht alle Zweitligisten wenigstens einen Ligaflug ein. Am Sonntag zog der Streifen mit den sĂŒdafrikanischen Thermikbedingungen weiter nach SĂŒdosten. Die dortigen Vereine profitierten sehr davon und zogen am AC NastĂ€tten vorbei, der sich am Sonntagmorgen bereits ĂŒber den zweiten Rundenplatz mit 19 Punkten zu frĂŒh gefreut hatte. Am Montagmorgen sah das nicht mehr so gut aus. Mit Platz 13 und 8 Rundenpunkten ist der ACN aber zufrieden, da er sich auf dem 8. Tabellenplatz weiter im oberen Tabellendrittel halten kann. Es werden in dieser Saison nur noch sechs Runden ausgetragen und der Abstand auf Platz 3 betrĂ€gt lediglich 8 Punkte, so dass der Traum vom Wiederaufstieg weiter getrĂ€umt werden darf.

Text: Jens-Christian Henke

 

Der ACN platziert sich wieder in der Aufstiegszone

Rennklasse-Segler ASW20.Kumuluswolken ĂŒber der Eifel.Weit oben in fast 2.900 m Höhe.
Der Bordrechner zeigt 10.9°C Außentemperatur an.Landung vor der Regenfront.

Photos: Jens-Christian Henke

Wie schon im letzten Artikel erhofft, ließ das extrem heiße Wetter wĂŒstenĂ€hnliche Aufwinde bis 2.900 m ĂŒber dem Meeresspiegel entstehen.

Die Temperaturen am vergangenen Wochenende waren in Deutschland wahrscheinlich die höchsten im gesamten Jahr 2015. In einem solchen Fall ist AbkĂŒhlung sehr gefragt. Die gibt es aber nicht nur im Schwimmbad. Auch hoch oben am Himmel findet der Segelflieger Erfrischung, weil die Lufttemperatur alle 100 Meter um etwa 1°C abnimmt. Endlich konnten in der 12. Bundesligarunde wieder beide Tage des Wochenendes fĂŒr StreckenflĂŒge genutzt werden. Die Bodentemperaturen waren allerdings extrem schweißtreibend und das hielt so manchen Piloten des Blauen LĂ€ndchens davon ab, ins Cockpit zu steigen. Deshalb fanden sich nur magere sieben ACN-BundesligaflĂŒge am Sonntagabend auf der Meldeplattform des Online Contests.

Wer die AbkĂŒhlung in großer Flughöhe suchte, musste nach dem Start zunĂ€chst besonders viel schwitzen. Die Sonne brannte anfangs von einem wolkenlosen Himmel und der Treibhauseffekt unter der großen Plexiglaskuppel verwandelte das Cockpit in eine Sauna. Am Samstag bildeten sich im Laufe des Nachmittags vor allem ĂŒber der Eifel immer mehr Kumuluswolken, deren Basis kontinuierlich anstieg. Am spĂ€ten Nachmittag waren Flughöhen von 2.900 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel möglich. Jetzt erinnerte der Luftstrom aus den FrischluftdĂŒsen im Cockpit nicht mehr an einen heißen Fön, sondern an eine gut gewartete Klimaanlage. Nur 10°C betrug die Außentemperatur und die großen Blumenkohlwolken spendeten angenehmen Schatten. Viel weiter hĂ€tte man auch nicht steigen dĂŒrfen, denn oberhalb von FlugflĂ€che 100 (ca. 3.000 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel) beginnt der "Obere Luftraum", der fĂŒr die großen Jets reserviert ist.

Eigentlich wollte der Wiesbadener Jens-Christian Henke nur einen Probeflug auf der ASW20 "Seven X-Ray" machen. Er fĂŒhlte sich auf dem Segler der Rennklasse mit 15 Metern Spannweite so wohl, dass er sich gerne von den schönen Kumuluswolken ĂŒber die Eifel locken ließ. Auf seinen vier Bundesligaschenkeln zwischen Boppard und Wershofen erzielte er eine Rundengeschwindigkeit von 90,0 km/h. Nach dem Ende des Bundesligazeitfensters landete er nicht, sondern genoss weiter die kĂŒhle Luft in großer Höhe, bis ihn eine langsam herankriechende Kette von gewittrig ausschauenden Regenwolken zur Landung mahnte.

Dem Segelflugreferenten Peter Fabian aus Taunusstein gelang mit 81,1 km/h der zweitschnellste ACN-Flug auf seiner DG-800B "Juliett Delta". Er flog in Richtung Soonwald und HunsrĂŒck ab. Eine sehr anstrengende Stunde lang kĂ€mpfte er oft in kritischer BodennĂ€he mit schwachen, schlecht entwickelten Aufwinden. Erst bei Idar-Oberstein hob ihn eine krĂ€ftige Thermik bis auf eine Höhe von fast 2.500 Metern. Da es wegen des Flughafens Hahn nicht möglich ist, von dort direkt in die Eifel zu fliegen, umflog er den fĂŒr Segelflugzeuge gesperrten Luftraum weitrĂ€umig. Seine drei Wendepunkte fĂŒr die vier Bundesligaschenkel lagen ĂŒber dem Segelflugzentrum Marpingen, sĂŒdlich von Weiskirchen und bei der US-amerikanischen MilitĂ€rbasis Spangdahlem. Wenige Minuten vor Mendig erreichte er auch die erfrischenden 2.900 Meter.

Martin Fuhr und Co-Pilot Jochen Back flogen auf der großen ASH25Mi "Delta" ebenfalls nach Idar-Oberstein. Auch fĂŒr das Doppelsitzer-Team ging es erst dort auf eine Flughöhe mit angenehmeren Außentemperaturen. Knapper als die "Juliett Delta" umflogen sie das Luftsperrgebiet Hahn mit Nordnordwestkurs an seinem westlichen Rand. Nach dem Überfliegen der Eifel lag der letzte Wendepunkt bei Bad Breisig. Abschirmende mittelhohe Bewölkung zwang das Team zu Umwegen. Daher lag ihre Rundengeschwindigkeit bei nur 73,6 km/h.

Von den 30 Zweitligisten schafften es nur 21 Vereine in die Wertung der 12. Runde. Und nur 11 Vereine reichten die maximal möglichen drei FlĂŒge ein. Das zeigt, wie inhomogen das Wetter ĂŒber Deutschland verteilt war. Lokal gab es sogar schwere Gewitter. Auf dem 7. Rundenplatz konnte der Aero Club NastĂ€tten sein Konto um sehr gute 14 Punkte aufstocken. In der Tabelle liegt der Verein auf einem erfreulichen 6. Platz in der Aufstiegszone. Addiert man die Geschwindigkeiten aller WertungsflĂŒge, so liegt der ACN mit 2.617 km/h sogar auf Platz 1. Diese Summe spielt aber nur bei Punktgleichheit eine Rolle. Dann lĂ€ge der Verein mit der höheren Summe der Rundengeschwindigkeiten vorne.

Auf gutes Wetter am kommenden Wochenende freuen sich nicht nur die Bundesliga-Pilotinnen und –Piloten. Auch die Teilnehmer am Sicherheitskurs "Trudeln in jeder Fluglage" benötigen zumindest trockenes Wetter. Falls es eine geschlossene Wolkendecke gibt, dann muss diese mindestens 1.100 Metern ĂŒber dem Blauen LĂ€ndchen liegen, damit die extremen Flugmanöver sicher trainiert werden können.

Text: Jens-Christian Henke

 

FrĂŒhes Thermikende erschwert ACN FlĂŒge

Flugzeugschlepp des Kunstflugseglers Kunstflugsegler Vor dem Windenstart.
Der letzte Aufwind war 100 Meter zu Vor dem RĂŒckschlepp von Laufenselden nach NastĂ€tten.Dicke Cirrusbewölkung am spĂ€ten Nachmittag.

Photos: Jens-Christian Henke

WĂ€hrend im SĂŒden der Republik gleich viermal die 1.000 km-Marke geknackt wurde, mussten sich die Piloten mit Startplatz NastĂ€tten beeilen, nach Hause zu kommen.

Erst nach dem Durchzug einer Gewitterfront war es am Samstagnachmittag möglich, auf dem SegelfluggelĂ€nde NastĂ€tten zu starten. FĂŒr BundesligaflĂŒge war es bereits zu spĂ€t und die Thermik zu schwach. Trotzdem wurde der Luftraum ĂŒber dem Blauen LĂ€ndchen intensiv genutzt. Am Wochenende der 11. Bundesligarunde fand nĂ€mlich ein Sicherheitsseminar fĂŒr alle aktiven Pilotinnen und Piloten des Aero Club NastĂ€tten statt. Unter dem Motto "Trudeln in jeder Fluglage" konnte auf einer MDM-1 Fox "Spucknich" mit Trainerin Martina Kirchberg ganz Extremes ausprobiert werden. Der Doppelsitzer mit nur 14 Metern Spannweite der Kunstfluggemeinschaft Hessen ist kompromisslos auf den Kunstflug ausgelegt. Alle Teilnehmer waren völlig begeistert von diesem ungewöhnlichen Segelflugzeug und den außergewöhnlichen FlugzustĂ€nden, die man damit provozieren kann. Zu den Programmpunkten gehörte sogar das Trudeln in RĂŒckenfluglage. Egal ob Airbus A380 oder Modellflugzeug: Jedes Flugzeug hat eine Geschwindigkeit, die nicht unterschritten werden sollte. Fliegt man trotzdem langsamer als diese Minimalgeschwindigkeit, dann geht der Auftrieb verloren. Geschieht dies an nur einer TragflĂ€chenhĂ€lfte, dann kann das Flugzeug ins gefĂŒrchtete Trudeln geraten. WĂ€hrend dieser korkenzieherartigen Spiralbewegung verliert jedes Flugzeug innerhalb von kurzer Zeit sehr viel Flughöhe. Es hĂ€ngt jedoch vom Flugzeugtyp ab, was genau beim Abreißen der Strömung geschieht. Die Ausbildungs-Segler des Aero Club NastĂ€tten sind so gutmĂŒtig, dass ein stationĂ€res Trudeln nur mit erheblichen Kunstgriffen möglich ist. Mit normalem Gewicht im vorderen Sitz ist es schlicht und einfach nicht möglich. Deshalb ist es fĂŒr jeden Piloten ganz unabhĂ€ngig vom Erfahrungsstand wichtig, das "echte" Trudeln zu erleben und zu wissen, wie es schnell wieder beendet werden kann. Das war das Ziel des Sicherheitsseminars, das ĂŒbernĂ€chstes Wochenende fortgesetzt wird.

Der Sonntag startete fĂŒr elf Bundesliga-Pilotinnen und -Piloten mit vielversprechenden Aufwinden. Doch leider behielten die Wettermodelle Recht. Denn bereits am frĂŒhen Nachmittag behinderte immer dicker werdende Cirrusbewölkung die Sonneneinstrahlung und damit auch die StĂ€rke der thermischen Aufwinde. Ein frĂŒher Start war von Vorteil, um einen schnellen Bundesligaflug abliefern zu können. Die Routenwahl war unter den Teilnehmern erfreulich unterschiedlich. Da es an diesem Tag weitgehend windstill war, spielten taktische Überlegungen hinsichtlich möglicher RĂŒckenwindschenkel keine Rolle. Dem viertplatzierten Team Jens-Christian Henke und Markus Karst fehlten nur 100 Höhenmeter fĂŒr die RĂŒckkehr nach NastĂ€tten. Sie landeten den Vereinsdoppelsitzer "Yankee Hotel" auf dem Nachbarflugplatz Laufenselden. Die krĂ€ftige Schleppmaschine, die am Wochenende unermĂŒdlich den Kunstflugsegler Fox an den Himmel gezogen hatte, brachte sie am spĂ€ten Nachmittag zurĂŒck nach Hause.

Dem zweifachen Vize-Weltmeister, dreifachen Vize-Europameister und dreifachen Deutsche Meister Holger Back gelang mit einer Rundengeschwindigkeit von 90,12 km/h der schnellste ACN-Flug. Er startete vor 12:00 Uhr mit seiner LS10 "Seven One" (18 Meter Spannweite). ZunĂ€chst folgte er dem HunsrĂŒck bis nach St. Wendel. Dort wendete er, flog an NastĂ€tten vorbei und folgte dem Taunus. SĂŒdöstlich des Vogelsbergs endete das Bundesligazeitfenster. Er landete auf dem Heimatflugplatz bevor der dicke Cirruswolkenschirm die Thermik abschnĂŒrte.

Der NastĂ€tter Malte Bernhardt startete mit seiner Antares 20m (20 Meter Spannweite) auf dem Flugplatz Stillberghof westlich von Ingolstadt. Er blieb von der Abschirmung verschont und konnte den gesamten Tag fĂŒr einen mehr als 700 km weiten Segelflug nutzen. Außerhalb des großen Sperrgebiets flog er um den Flughafen Stuttgart herum. Über acht Stunden war er in der Luft und wĂ€hrend des 2,5-stĂŒndigen Bundesliga-Zeitfensters war er 88,6 km/h schnell.

Der Taunussteiner Jochen Back komplettierte mit 86,3 km/h auf dem Vereinssegler "Yankee Golf" (15 Meter Spannweite) das Bundesligateam der vergangenen Runde. Er flog dem Soonwald und HunsrĂŒck folgend bis zur freien Wende sĂŒdwestlich von Idar-Oberstein. Fast wie am Lineal gezogen verlief sein Flugweg in Gegenrichtung 174 Kilometer weit bis zum Fernwald, bevor es zurĂŒck nach NastĂ€tten ging.

Immerhin vier Rundenpunkte konnte der ACN auf Platz 17 kassieren. In der Tabelle verbleibt der Verein im ersten Tabellendrittel. Das prognostizierte Wetter fĂŒr das kommende Wochenende könnte sehr interessant werden. WĂŒstentemperaturen unweit der 40°C können sehr krĂ€ftige und sehr hochreichende Aufwinde mit aufgelockerter Kumulusbewölkung wie aus dem Bilderbuch erzeugen. Alles hĂ€ngt von der Schichtung der AtmosphĂ€re ab. Es kann aber auch einfach nur heiß werden.

Text: Jens-Christian Henke

 

Der ACN wieder in der Aufstiegszone

Eine der schwierigsten Bundesligarunden der letzten Jahre bescherte dem ACN hervorragende 16 Rundenpunkte. Obwohl die Lage aussichtslos erschien, starteten zwei Piloten in NastÀtten und hatten Erfolg.

Der Wind, die NiederschlĂ€ge und Temperaturen an beiden Tagen des Wochenendes erinnerten eher an den Herbst. Kaum zu glauben, dass am Sonntag mit dem lĂ€ngsten Tag des Jahres der kalendarische Sommer begann. Bei sehr grenzwertigen Wetterlagen schreckt der Pilot eines reinen Segelflugzeuges davor zurĂŒck, sich bei niedriger Arbeitshöhe vom Heimatflugplatz zu entfernen. Eine risikoreiche Außenlandung in einem Getreidefeld ist dann recht wahrscheinlich. Außerdem ist der Aufwand des RĂŒcktransports hoch. Bis sich das Segelflugzeug zerlegt im AnhĂ€nger befindet und die RĂŒckfahrt zum Heimatflugplatz angetreten werden kann, vergehen oft viele Stunden. Deshalb fanden sich am Sonnabend nur zwei motorisierte Piloten fĂŒr den Versuch eines Bundesligafluges. Malte Bernhardt und Peter Fabian starteten nach dem Durchzug eines Schauers bei krĂ€ftigem Nordwestwind. Sie flogen nur leicht versetzt in Richtung Koblenz ab, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, einen Aufwind zu finden. Fliegt nĂ€mlich der eine Pilot knapp an einem unsichtbaren Aufwindschlauch vorbei, dann gibt es immerhin noch fĂŒr den zweiten Piloten die Chance, in die Thermik einzufliegen. Die Arbeitshöhe in der regnerischen Luftmasse lag anfangs bei nur 1.000 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel. Langsam stieg sie im Tagesverlauf an. Nach einer Stunde Teamflug verloren sich Fabian und Bernhardt aus den Augen und flogen eigene Wege. Sie tauschten sich aber stĂ€ndig ĂŒber Funk ĂŒber die Möglichkeiten des Weiterfluges aus. Bei ihren BundesligaflĂŒgen nutzen sie alle vier Schenkel aus. Dabei war der lĂ€ngste Schenkel nur 47 Kilometer lang. Nach der Landung freuten sich beide ĂŒber einen spannenden, lehrreichen Flug. Sie schafften es sogar, trotz des dauernden Zickzacks, die Mindestwertungsgeschwindigkeit zu knacken. Mit 53,1 km/h war Malte Bernhardt auf seiner Antares 20m etwas schneller als Peter Fabian, der auf seiner DG-808B eine Rundengeschwindigkeit von 46,8 km/h erzielte.

Wie schlecht das Wetter in der 10. Bundesligarunde war, zeigt der Blick in die Tabelle. Nur 10 der 30 Zweitligisten schafften es, wenigstens einen Flug einzureichen. Der Aero Club NastÀtten verbuchte auf Rang 5 wertvolle 16 Rundenpunkte und liegt jetzt wieder in der Aufstiegszone. Mehr als die HÀlfte der Saisonrunden wurden bereits ausgetragen. Wird der Verein die erfreuliche Platzierung in den verbleibenden neun Runden verteidigen können?

Text: Jens-Christian Henke

 

Sehr magere Wetterausbeute

Nur einen Rundenpunkt konnte der ACN in der 9. Bundesligarunde erzielen. Erneut war es schwierig, die Mindestwertungsgeschwindigkeit zu knacken.

Immerhin fanden die lokalen Unwetter bereits am Freitag statt, so dass an beiden Tagen des Wochenendes geflogen werden konnte. Allerdings waren die Aufwinde schwierig zu finden und reichten selten in die Komfortzone hinein, die fĂŒr die meisten Ligapiloten in 1.500 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel beginnt. Die Pilotinnen und Piloten des Blauen LĂ€ndchen reichten am Sonnabend zwei und am Sonntag sieben FlĂŒge ein. Das ergab am Ende jedoch nur zwei BundesligaflĂŒge, weil zum einen die Rundengeschwindigkeit ĂŒber 40 km/h liegen muss und zum anderen pro Runde und Pilot nur einen Flug eingereicht werden darf.

Am Sonnabend gelang Peter Fabian mit 61,9 km/h der schnellste ACN-Flug. Er startete auf seiner DG-808B "Juliett Delta" mit 18 m Spannweite recht spĂ€t um 15:00 Uhr und flog in das besser werdende Thermikwetter. Sein Flugweg fĂŒhrte ĂŒber den Soonwald und HunsrĂŒck bis hinter Idar-Oberstein. Nur selten fand sein Flug in der Komfortzone statt. Am Sonntag gelang ihm erneut ein Wertungsflug. Dieser war jedoch mit 55,5 km/h etwas langsamer.

Malte Bernhardt startete mittags auf seiner Antares 20m. Die ersten drei Stunden seines Fluges in Warmluft ohne Kumuluswolken waren extrem mĂŒhsam. Bei Bad Ems musste er sogar den Elektromotor seines Seglers kurz in Betrieb nehmen, um eine Außenlandung zu verhindern. Im zweiten Anlauf gelang der Flug nach Koblenz. Von dort flog er zurĂŒck nach NastĂ€tten. Auf einem weiteren Schenkel in Richtung Idar-Oberstein stieg die Arbeitshöhe endlich deutlich an. Am Nachmittag erreichte Bernhardt Flughöhen bis zu 2.000 m. Lohn der MĂŒhe war eine Rundengeschwindigkeit von 61,5 km/h.

Nur drei der neun FlĂŒge ĂŒberwanden die Mindestwertungsgeschwindigkeit. Das zeigt, wie schwierig die Wetterbedingungen am vergangenen Ligawochenende waren. Leider gab es fĂŒr den 21. Rundenplatz nur einen Trostpunkt, so dass der Segelflugverein in der Tabelle auf Rang 11 abrutscht. Leider ist ein stabiles Sommerhoch nach wie vor nicht in Sicht.

Text: Jens-Christian Henke

 

Schwierige Blauthermik bremst den ACN

FestivalgelĂ€nde ‘Rock am Ring‘ bei Mendig am Freitag.Olaf Merbt und Peter Fabian.Jochen Back.
Holger Back und Ilka Elster-Back.LS10 bei der Demontage fĂŒr den AnhĂ€ngertransport.Abends vor dem EinrĂ€umen in die große Halle.
Satellitenbild um 15:00 Uhr MESZ.

Photos: Michael Schmitt, Jens-Christian Henke, DWD

Nur vier von zwölf Pilotinnen und Piloten des blauen LÀndchens schafften die Mindestwertungsgeschwindigkeit. Das vereinsinterne Trainingslager war ein voller Erfolg.

Wie so oft in dieser Bundesligasaison konnte nur einer der beiden Wochenendtage fĂŒr lĂ€ngere SegelflĂŒge genutzt werden. In der 8. Runde blieb der Sonnabend aufwindfrei. Außerdem traten die im letzten Bericht geĂ€ußerten BefĂŒrchtungen ein: Sehr warmes Wetter ĂŒber dem mittleren Drittel der Republik sorgten am Sonntag fĂŒr nur mĂ€ĂŸige Aufwinde, die zudem nicht wie sonst ĂŒblich von Kumuluswolken markiert wurden. Die Beteiligung war so gut wie noch nie in diesem Jahr. Das lag sicherlich auch an dem viertĂ€gigen vereinsinternen Trainingslager, das an Fronleichnam startete. Abgesehen vom Sonnabend konnte in kleinen Teams das schnelle Segelfliegen und AufspĂŒren von Aufwinden trainiert werden. Am Sonntag, dem letzten Tag des Trainingslagers, standen gegen Mittag zwölf Flugzeuge am Start, um auch fĂŒr die Bundesliga zu punkten. Anfangs war es ausgesprochen schwierig, ĂŒberhaupt oben zu bleiben. Wer ĂŒber einen Hilfsantrieb verfĂŒgte, hatte eine gute Chance, von eben diesem Gebrauch machen zu mĂŒssen. Wer mit einem reinen Segelflugzeug unterwegs war, hatte gute Chancen, es nicht zurĂŒck nach NastĂ€tten zu schaffen. Ein Doppelsitzer-Team musste im hohen Getreide landen, weil kein Flugplatz mehr im Gleitbereich lag. Erst nördlich vom Westerwald stieg mit dem ansteigenden GelĂ€nde auch die Arbeitshöhe auf deutlich ĂŒber 1.500 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel an. Nur selten wurde die 2.000 Meter-Marke geknackt.

Das erste Mal in diesem Jahr war der große Doppelsitzer "Lima Mike" mit Olaf Merbt und Co-Pilot Peter Fabian in der Luft. Ihnen gelang es, mit der ASH25E in das thermisch vergleichsweise gute Sauerland vorzudringen. Querab von Breitscheid startete das Bundesligazeitfenster. Das Team nutzte alle vier Ligaschenkel fĂŒr ihren Sprint. Dabei wurde eine Rundengeschwindigkeit von 72,2 km/h bei einem mittleren Steigen von 1,28 Meter pro Sekunde erzielt.

Der Taunussteiner Jochen Back war heute mit der LS10 "Seven One" unterwegs. Auch er kÀmpfte sich ins Sauerland vor und nutzte ebenfalls die Möglichkeit, alle vier Schenkel auszufliegen. Seine Rundengeschwindigkeit betrug 66,4 km/h, das mittlere Steigen 1,16 m/s.

Auf dem Vereinsdoppelsitzer DG-1001T "Yankee Hotel" flog das Ehepaar Ilka Elster-Back und Holger Back. Auch sie erzielten die höchste Reisegeschwindigkeit ĂŒber dem Sauerland. Anders als die "Lima Mike" und "Seven One" flogen sie nur drei Liga-Schenkel im 2,5-stĂŒndigen Zeitfenster. Das durchschnittliche Steigen von 1,11 m/s passte gut zur Rundengeschwindigkeit von 61,9 km/h.

An Tagen mit thermischen Aufwinden besteht ein besonders klarer Zusammenhang zwischen dem durchschnittlichen Steigen und der Rundengeschwindigkeit, die aus der Reisegeschwindigkeit und dem jeweiligen Handicap-Faktor des Segelflugzeugs berechnet wird. Die mit 114,3 km/h schnellste Rundengeschwindigkeit aller Zweitliga-Vereine erzielte in der 8. Runde Sigi Baumgartl ĂŒber Norddeutschland. Sein mittleres Steigen lag bei hervorragenden 2,51 m/s. Über der schwĂ€bischen Alb konnte auch im sĂŒdlichen Drittel der Republik schnell geflogen werden. Dirk Kaltenmark setze 2,31 m/s durchschnittliches Steigen in 106,4 km/h um. Außerdem waren die AufwindschlĂ€uche im Norden und SĂŒden durch Kumuluswolken markiert, was die Aufwindsuche erheblich vereinfacht. Vor diesem Hintergrund war der Aero Club NastĂ€tten mit seinem 17. Rundenplatz und vier Rundenpunkten sehr zufrieden. In der Tabelle muss der Verein drei ZĂ€hler auf den 8. Platz abgeben. Wenn sich die Wetterprognose nicht Ă€ndert, dann schaut das Wetter ĂŒber dem Blauen LĂ€ndchen fĂŒr das kommende Ligawochenende wieder recht unerfreulich aus: Gewitter am Sonnabend und Regenschauer am Sonntag.

Text: Jens-Christian Henke

 

Der ACN auf dem 3. Rundenplatz

Außenlandung der Malte Bernhardt gelang der schnellste Bundesligaflug.Die
Martin Fuhr (li.) und Uli Leukel gelang der zweitschnellste Bundesligaflug.

Photos: Michael Schmidt, Jens-Christian Henke

In einem kleinen Wetterfenster gelangten den ACN-Piloten in der 7. Runde erstaunlich schnelle FlĂŒge. Hervorragende 18 Rundenpunkte sorgten fĂŒr einen deutlichen Sprung vom 11. auf den 5. Tabellenplatz.

Die Großwetterlage ĂŒber Deutschland sah an beiden Tagen des Wochenendes alles andere als erfreulich aus. Der Samstag war windig und die Aufwindverteilung sehr unregelmĂ€ĂŸig. Am Sonntag zog eine Schlechtwetterfront auf, dessen krĂ€ftiger SĂŒdwestwind von den BĂŒckeburger Segelfliegern fĂŒr schnelle, sehr tiefe HangflĂŒge am Wesergebirge genutzt wurde. Thermische Aufwinde waren Mangelware. Der Blick in die Rundenwertung zeigt, dass nur 15 der 30 Zweitligisten die maximale Anzahl von drei WertungsflĂŒgen ausschöpften. Sechs Vereine schafften nur einen Wertungsflug und zwei Vereinen gelang ĂŒberhaupt kein Bundesligaflug. Die ACN-Piloten arbeiteten sich am Sonnabend geschickt unter den zahlreichen grauen Wolken ins thermisch gute Saarland vor. Den Pechvögeln des Tages misslang der Abflug auf dem Vereinsdoppelsitzer "Yankee Hotel". Unweit des Rheins waren sie zu tief, um nach NastĂ€tten zurĂŒckgleiten zu können. Ein Aufwind fand sich nicht mehr und da das Hilfstriebwerk immer noch nicht genutzt werden darf, blieb als letzte Option nur noch die Landung auf einem Getreidefeld ĂŒbrig.

Der NastĂ€tter Malte Bernhardt war in dieser Runde mit 91,6 km/h der schnellste ACN-Pilot. In seinem Elektrosegler Antares 20m arbeitete er sich gegen den Wind bis zur Wende in der NĂ€he der französischen Grenze vor. Mit dem Wind im RĂŒcken und einer Reisegeschwindigkeit von ĂŒber 113 km/h flog er 180 Kilometer weit bis nach Gießen. Da er nicht im ganzen Bundesliga-Zeitfenster mit RĂŒckenwindturbo unterwegs sein konnte, lag seine Rundengeschwindigkeit niedriger.

Martin Fuhr mit Co-Pilot Uli Leukel im großen Doppelsitzer "Delta" wĂ€hlte eine Ă€hnliche Taktik. Die Wende in den RĂŒckenwind lag unweit des französischen Kernkraftwerks Cattenom. Leider dĂŒrfen unter Androhung von Strafen in sechsstelliger Höhe die KĂŒhltĂŒrme nicht mehr ĂŒberflogen werden, die stets zuverlĂ€ssige und sehr krĂ€ftige Aufwinde liefern. Das 2,5-stĂŒndige Wertungsfenster ihres Bundesligafluges endete bei NastĂ€tten. 88,6 km/h konnten sie zum Rundenkonto beisteuern.

Segelflugreferent Peter Fabian hatte eigentlich Fluglehrerdienst. Am frĂŒhen Nachmittag fanden sich zwei Fluglehrerkollegen, die ihn ablösten, so dass er um 13:30 Uhr fĂŒr die Bundesliga starten konnte. Durch den spĂ€ten Abflug hatte er es besonders schwer, unter einer mittlerweile fast geschlossenen Wolkendecke in das thermisch gute Gebiet vorzudringen. Bei Idar Oberstein war er sehr tief, fand aber einen krĂ€ftigen Aufwind. In nur fĂŒnf Minuten war er 1.000 Meter höher. Nun lief es problemlos. Er konnte Aufwindreihungen folgen, die dem Segelflieger ermöglichen, die Höhe im schnellen Geradeausflug zu halten. Über dem westlichen Ende des HunsrĂŒcks wendete er seine DG-800B "Juliette Delta". Nun ging es mit 40 km/h Wind im RĂŒcken 125 km weit bis hinter Worms. Auf diesem Schenkel betrug seine Reisegeschwindigkeit fast 140 km/h. Der RĂŒckweg nach NastĂ€tten gestaltete sich trotz der dicken Wolkenabschirmung problemloser als erwartet.

Am kommenden Wochenende dĂŒrfen wir endlich sommerliche Temperaturen bis 30°C erwarten. Das muss aber nicht unbedingt eine gute Nachricht fĂŒr die Segelflieger sein. FĂŒr das Entstehen von Aufwinden kommt es nĂ€mlich auf den Temperatur- und Feuchtigkeitsverlauf in der AtmosphĂ€re an. Ein kompliziertes Thema, das hier nicht weiter vertieft werden soll. Nach sieben von 19 Runden und einem Tabellenrang in der Aufstiegszone kann langsam wieder der Traum von der ersten Liga getrĂ€umt werden.

Text: Jens-Christian Henke

 

Drei Startorte, zwei Flugtage, ein Rundenpunkt

Viele graue Wolken und wenig Sonne.Malte Bernhardt gelang der einzige Bundesligaflug von NastÀtten aus.In der feuchten Luft waren ungewöhnlich viele Insekten unterwegs.

Photos: Jens-Christian Henke

Das Pfingstwochenendwetter ließ ĂŒber dem Blauen LĂ€ndchen keine schnellen BundesligaflĂŒge zu. Viel feuchte Luft und wenig Sonne machten es schwierig, die Mindestwertungsgeschwindigkeit von 40 km/h zu knacken.

Normalerweise zieht eine Schlechtwetterfront schnell durch. Die klassische Abfolge besteht in einem warmen SĂŒdwind, immer dichterer Bewölkung, Regen und dann viel Sonne, frischer Wind und deutlich geringere Temperaturen. In der klaren Luft auf der sogenannten RĂŒckseite einer Front entstehen oft sehr gute Aufwinde. Doch an diese Spielregel hielt sich das Pfingstwetter nicht. Vielmehr ging es bei geringen LuftdruckgegensĂ€tzen einfach nicht voran mit dem Wetterwechsel. Die unterschiedlichen Luftmassen vermischten sich langsam und sehr inhomogen. Es war daher eher ein Lotteriespiel, die kleinen Gebiete ausfindig zu machen, in denen ein Bundesligaflug aus dem Hut gezaubert werden konnte.

Am besten gelang dies Ilka Elster-Back mit Co-Pilot Holger Back auf einer DG-1001 (20 m Spannweite) am Sonnabend. Sie flogen mit wenig Sonnenschein von Bruchsal bei Karlsruhe zum Schwarzwald und von dort zurĂŒck zum Startflugplatz. Ihre maximale Flughöhe betrug fast 2.200 m ĂŒber dem Meeresspiegel. Mit 62,8 km/h gelang ihnen der schnellste Flug fĂŒr den Aero Club NastĂ€tten.

Am Sonntag startete Malte Bernhardt um 12:45 Uhr mit seinem Elektrosegler Antares 20m auf dem Flugplatz NastĂ€tten. Er beschrieb seinen ersten Flugschenkel in Richtung Eifel als anstrengenden Kampf ums Obenbleiben. Die Aufwinde reichten anfangs nicht ĂŒber 1.000m ĂŒber dem Meeresspiegel. Erst auf seinem zweiten Schenkel nach Siegerland im Westerwald stieg die Wolkenbasis ein wenig an. Sein dritter Schenkel bis fast nach Koblenz war vergleichsweise unproblematisch, obwohl die maximale Flughöhe auf diesem Schenkel deutlich unter der "Entspannungs-Marke" von 1.500 m blieb. Diese Höhe konnte erst auf dem letzten Schenkel in Richtung Osten kurzzeitig bei Montabaur geknackt werden. Mit 59,4 km/h war Bernhardt nur unwesentlich langsamer als das Ehepaar Back.

Moritz Althaus feierte am Sonntag sein Bundesliga-Debut. Ihm gelang der drittschnellste Flug fĂŒr den Aero Club NastĂ€tten mit 54,0 km/h. Auf der fast 50 Jahre alten Elfe S4 (15 m Spannweite) nahm er am elftĂ€gigen Wettbewerb "Dannstadter Vergleichsfliegen" im Rheintal teil. Es war der letzte Wertungstag an dem ihm nicht nur ein dritter Tagesplatz gelang, sondern auch ein fĂŒr die schwierigen Wetterbedingungen schneller Bundesligaflug fĂŒr seinen Heimatverein.

Am Sonntag versuchten die beiden Doppelsitzer "Yankee Hotel" und "Delta" in die Wertung zu kommen. Beide Teams blieben jedoch unter der Mindestwertungsgeschwindigkeit von 40 km/h. Die "Yankee Hotel" machte eine ungewollte Kaffeepause auf dem Flugplatz Montabaur und die "Delta" musste den Motor zĂŒnden, um eine Landung in einem Getreidefeld zu vermeiden.

Trotz der Starts der NastĂ€tter Pilotinnen und Piloten an drei verschiedenen Orten, gelang es ihnen nicht, in die deutlich gĂŒnstigeren Wettergebiete vorzudringen. Der 25. Rundenplatz ergibt nur einen enttĂ€uschenden Rundenpunkt. In der Tabelle gibt der ACN hingegen nur zwei ZĂ€hler ab und liegt komfortabel auf Platz 11. Am kommenden Wochenende wird das Wetter nach den aktuellen Prognosen etwas besser sein. So richtig gutes Wetter mit blauem Himmel und weißen Kumuluswolken ist aber leider immer noch nicht zu erwarten.

Text: Jens-Christian Henke

 

Der ACN wieder unter den 'Top Ten'

In enger Thermik muss man steil kreisen.Sehr gute Steigwerte waren selten.Freundliche Fliegerkameraden auf dem Flugplatz Nidda.
RĂŒckschlepp nach NastĂ€tten.Blick in Richtung Frankfurt.Der Rhein in der Abendsonne.

Photos: Jens-Christian Henke, Gerson Brands

Hervorragende 16 Rundenpunkte konnte der Aero Club NastÀtten in der 5. Runde erfliegen. In der Tabelle ging es wieder einen deutlichen Sprung nach oben auf Rang 9.

Ungewöhnlich ist, dass die StartflugplĂ€tze der drei schnellsten ACN-FlĂŒge weit auseinander lagen. Als am Sonnabend schon eine dichte Wolkendecke ĂŒber NastĂ€tten lag und das aufwindfreie Wetter intensiv fĂŒr die Ausbildung der FlugschĂŒler genutzt wurde, konnte am letzten Wertungstag des Hahnweide-Wettbewerbs bei Stuttgart noch einmal schnell geflogen werden. Am Sonntag versprachen weiße Kumuluswolken am Heimatflugplatz hohe Schnittgeschwindigkeiten. Die Thermik war jedoch verblĂŒffend schwierig zu finden. Ein Team musste sogar eine ungewollte Kaffee- und Kuchenpause auf dem Flugplatz Nidda einlegen, der 82 km von NastĂ€tten entfernt liegt. Sie wurden von einem Motorflugzeug zurĂŒckgeschleppt.

Holger Back startete am Sonntag in Bruchsal auf seiner LS10 "Seven One" (18 m Spannweite) zum schnellsten ACN-Flug der 5. Runde. Er flog mit nordöstlichem Kurs bis zum ThĂŒringer Wald. Über 260 km von Bruchsal entfernt lag der Wendepunkt seines 93,0 km/h schnellen Ligafluges.

Der zweitschnellste (88,8 km/h) und der drittschnellste (87,8 km/h) Flug wurde auf dem großen Doppelsitzer "Delta" von Typ ASH25Mi erzielt. Nach dem RĂŒcktransport im langen AnhĂ€nger vom Wettbewerb bei Stuttgart wurde der Segler mit 26,5 m Spannweite am Sonntagmorgen wieder aufgerĂŒstet. Michael Schmitt und Martin Fuhr flogen zunĂ€chst ĂŒber den KĂ€mmen des Sonnwaldes und HunsrĂŒcks. Sie wendeten bei Idar Oberstein. Mit dem Wind im RĂŒcken ging es mit einer Reisegeschwindigkeit von ĂŒber 110 km/h bis nach Gießen. Auf dem RĂŒckflug nach NastĂ€tten ließ die Thermik immer mehr nach, so dass in der NĂ€he von Braunfels der Motor des eigenstartfĂ€higen Segelflugzeuges gestartet werden sollte. Dabei gab es jedoch Probleme und da die Höhe zu gering war, um den nĂ€chsten Flugplatz im Gleitflug zu erreichen, musste in einem Getreidefeld gelandet werden.

Am Vortag startete Martin Fuhr mit Co-Pilot Peter Fabian zur letzten Wertungsrunde des Hahnweide Wettbewerbs. Die Wendepunkte ihrer 340 km großen Aufgabe waren Plettenberg auf der SchwĂ€bischen Alp und Monheim, das östlich vom Nördlinger Ries liegt. Start und Ende des optimalen 2,5-stĂŒndigen Bundesligazeitfensters werden von einem Computer ausgerechnet, auf dem auch die Bundesligaplattform untergebracht ist.

Die Summe der drei schnellsten ACN-FlĂŒge ergibt 269,68 km/h – das fĂŒnfbeste Ergebnis der 5. Runde. Somit wurden 16 Punkte dem Rundenkonto gutgeschrieben. In der Tabelle verbessert sich der Segelflugverein um fĂŒnf ZĂ€hler auf Platz 9. Nicht nur die Pilotinnen und Piloten des Blauen LĂ€ndchens warten auf ein stabiles Sommerhoch. Doch leider schaut es auch fĂŒr das kommende Wochenende nicht danach aus.

Text: Jens-Christian Henke

 

Nur ein Trostpunkt fĂŒr den ACN

Trotz eines AuswÀrtsspielers muss der Aero Club NastÀtten eine schwache 4. Runde verbuchen. Dabei rutscht der Verein in der Tabelle ganze neun ZÀhler auf den 14. Platz ab.

 

Die LS4 des ACN. Auf diesem Flugzeugtyp erzielte Thomas Paulsen den zweitschnellsten Wertungsflug.

Das Wochenendwetter war erneut zweigeteilt. Über dem Blauen LĂ€ndchen ließ der Wettergott nur am Sonntag WertungsflĂŒge zu. Mit einem AuswĂ€rtsspieler an der SchwĂ€bischen Alb und fĂŒnf Piloten am HeimatgelĂ€nde war der Verein eigentlich gut aufgestellt. Die Summe der drei besten Wertungsgeschwindigkeiten war jedoch nicht hoch genug, um im Feld der 30 Bundesligavereine wieder vorne dabei zu sein.

Martin Fuhr nimmt momentan mit seinem großen Doppelsitzer "Delta" am internationalen Hahnweidewettbewerb am Rand der SchwĂ€bischen Alb teil. Mit seinem Co-Piloten Peter Fabian konnte er wĂ€hrend einer ĂŒber 500 km großen Wettbewerbsaufgabe im Bundesligazeitfenster eine gute Rundengeschwindigkeit von 86,9 km/h erzielen. Die erste Wende lag bei Donaueschingen und die zweite – fast 260 km entfernt – nördlich von Ingolstadt.

Thomas Paulsen, der 2. Vorsitzende des Aero Club NastÀtten, erzielte auf seiner LS4 mit 73,9 km/h den zweitschnellsten Wertungsflug. Er bewies, dass man sich gar nicht weit vom blauen LÀndchen entfernen muss, um eine gute Rundengeschwindigkeit zu erzielen. Seine Wenden lagen bei Weilburg, nördlich von Neuwied und bei Rheinböllen.

Der Wiesbadener Harald Emrich komplettierte das Bundesligateam der 4. Runde. Auch er entfernte sich nicht so weit wie sonst ĂŒblich vom Heimatflugplatz. Er wendete vor dem Soonwald, flog in den Westerwald und bis zum Vogelsberg. Auf seiner LS8 war er 70,4 km/h schnell.

Eine hohe Schwankungsbreite wĂ€hrend der ersten Bundesligarunden ist nicht unĂŒblich. Daher sollte das aktuelle, deutliche Abrutschen des ACN vom 5. auf den 14. Tabellenrang nicht ĂŒberbewertet werden. Leider wird auch fĂŒr das kommende Wochenende kein homogen gutes Segelflugwetter vorhergesagt.

Photos & Text: Jens-Christian Henke

 

Der ACN springt auf den 5. Tabellenplatz

In der 3. Runde standen eine Pilotin und sieben Piloten in NastÀtten am Start. Am schnellsten war aber ein AuswÀrtsspieler auf einem Wettbewerb in der Oberlausitz.

Jochen Back und Torsten Besser in der Startaufstellung des Wettbewerbs

Photo: ACN

Der Wetterbericht machte keine Hoffnung auf WertungsflĂŒge am Sonntag. Daher musste bereits am Samstag der Sack zugemacht werden. Und dies gelang mit einer sehr guten Beteiligung der Pilotinnen und Piloten des Blauen LĂ€ndchens. Eine aufziehende Front erschwerte die RĂŒckkehr nach NastĂ€tten. Im SĂŒden der Republik sorgte Dauerregen fĂŒr Überschwemmungen. Die Hallentore von 10 Zweitliga-Vereinen mussten geschlossen bleiben. Im Osten waren die Segelflugbedingungen störungsfrei mit sehr guter Thermik. Sie konnten von Jochen Back fĂŒr einen sehr schnellen Ligaflug genutzt werden, der zurzeit am Wettbewerb "Klix 2015" teilnimmt.

Mit Co-Pilot Torsten Besser startete Back auf dem Leistungsdoppelsitzer "Yankee Hotel" des Vereins. Der Segler vom Typ DG-1001T hat 20 m Spannweite und eine Heimkehrhilfe. Das Triebwerk darf jedoch momentan nicht genutzt werden, weil es aufgrund eines technischen Problems eine entsprechende Anweisung des Herstellers gibt. Es gelten nĂ€mlich fĂŒr Segelflugzeuge die gleichen hohen Sicherheitsstandards fĂŒr die kommerzielle Luftfahrt. Am Samstag galt es in der Doppelsitzerklasse, ein ĂŒber 500 km großes Dreieck möglichst schnell zu umfliegen. WĂ€hrend des 2,5-stĂŒndigen Bundesligazeitfensters erzielte das NastĂ€tter Team eine Reisegeschwindigkeit von 120,9 km/h. Das ergab nach Anwendung des Handicap-Faktors eine hervorragende Rundengeschwindigkeit von 112,5 km/h.

Von NastĂ€tten aus gelang Malte Bernhardt auf seiner Antares 20m der schnellste Ligaflug. Er konnte nach dem umweltfreundlichen Eigenstart mit Elektromotor problemlos bis zur Basis der Wolken steigen und war bis Montabaur flott unterwegs. Der gute Startsprint wurde jedoch jĂ€h durch einen breiten Abschnitt thermisch toter Luft gebremst. SĂŒdlich von Breitscheid war Bernhardt nur noch 200 Meter ĂŒber Grund und er musste eine halbe Stunde lang um das Obenbleiben kĂ€mpfen. Ab Hirzenhain beschreibt er den Flug nur noch als puren Genuss. Die Wolkenbasis stieg auf ĂŒber 2.200 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel an und es konnte eine hohe Reisegeschwindigkeit erzielt werden. 30 Kilometer vor Paderborn und 150 Kilometer von NastĂ€tten entfernt die Wende zum RĂŒckflug ĂŒber Koblenz. Unter den großflĂ€chigen Wolkenschirmen stieg es entgegen den Vorhersagen immer noch erstaunlich gut, so dass Bernhardt im Ligazeitfenster eine Rundengeschwindigkeit von 85,6 km/h erreichen konnte.

ACN-Segelflugreferent Peter Fabian schaffte es erneut auf seiner DG-800B "Juliett Delta" (18 m Spannweite) in das Bundesliga-Rundentrio. Sein Flugweg fĂŒhrte ihn am Edersee vorbei auf die Höhe von Kassel. Über das Sauerland flog er mit SĂŒdkurs zurĂŒck nach NastĂ€tten. Da die dichter werdende Bewölkung kaum noch Sonnenstrahlen durchließ und die Thermik abschnĂŒrte, langte die Höhe nicht mehr fĂŒr den Endanflug. Nur wenige Minuten musste er den Motor seines eigenstartfĂ€higen Segelflugzeuges in Betrieb nehmen, um den Heimatflugplatz zu erreichen.

In den ersten drei Runden reĂŒssierte der Aero Club NastĂ€tten mit sehr konstanten Leistungen, die den Verein vom 10. auf den 5. Tabellenplatz katapultierten. Der Verein hat gezeigt, dass seine Piloten auch mit schwierigen Wetterbedingungen bestens umgehen können.

Text: Jens-Christian Henke

 

Neun Rundenpunkte trotz schwieriger Bedingungen

Zwei AuswÀrtsspieler bringen die Punkte.

Nach den Prognosen am Freitag erschienen WertungsflĂŒge in der Segelflugbundesliga an diesem verregneten Wochenende ziemlich unwahrscheinlich. Am Sonntag zeigte sich nach dem Abzug eines Regengebietes ein kleines, schwieriges Wetterfenster. Drei Piloten probierten dennoch die Punktejagd. Erfolgreich waren am Ende jedoch nur die beiden Piloten, die auf einem Flugplatz fern des Blauen LĂ€ndchens starteten.

Holger Back hob auf seiner LS10 "Seven One" (18 m Spannweite) auf dem Flugplatz Bruchsal bei Karlsruhe ab. Nach einem schwierigen Beginn mit niedriger Basis und unzuverlĂ€ssigem Steigen gelang mit großer Vorsicht der Einstieg in den Schwarzwald. Erstaunlich gute Aufwindreihungen lockten ihn in den SĂŒden. Sie erlaubten einen schnellen Ritt unter der Wolkenbasis im Geradeausflug. An der Hornisgrinde verließ Back den hohen Schwarzwald, um Schauern auszuweichen. Er flog an der Westkante weiter in Richtung Freiburg. Der Weg zurĂŒck bis Heilbronn war unproblematisch. Über dem Neckar befand sich das Segelflugzeug nur noch 400 Meter ĂŒber Grund, so dass ein schwacher Aufwind angenommen werden musste, der den Ligaschnitt drĂŒckte. Trotzdem legte Back mit einer Rundengeschwindigkeit von 88,9 km/h die vereinsinterne Messlatte sehr hoch.

ACN-Segelflugreferent Peter Fabian auf der DG-800B "Juliett Delta" (18 m Spannweite) und der NastĂ€tter Dr. Malte Bernhardt auf seiner Antares 20E (20 m Spannweite) starteten in NastĂ€tten als Team. Ihre Strategie war, möglichst weit gegen den Wind nach Westen zu fliegen, um dann nach einer langen Flugphase mit RĂŒckenwind ihr GlĂŒck im Rheintal zu suchen. Anfangs lag die Basis der Cumuluswolken nur 500 Meter ĂŒber dem Grund. Die Aufwinde waren aber gut zu finden. Bei Kirn wurde es problematisch. Eine großflĂ€chige Abschirmung schnĂŒrte die Thermik ab. Bernhardt musste deshalb den Elektromotor seiner Antares 20E in Betrieb nehmen, um eine Außenlandung auf einem Acker zu vermeiden. Er flog nach NastĂ€tten zurĂŒck. Da die im reinen Segelflug zurĂŒckgelegte Strecke stets durch 2,5 Stunden geteilt wird, konnte die Mindestwertungsgeschwindigkeit von 40 km/h nicht erreicht werden. Fabian landete im Regen auf dem Flugplatz Bad Sobernheim. Bereits 10 Minuten spĂ€ter klarte es wieder auf, so dass er im Eigenstart wieder den Boden verließ. Er flog zunĂ€chst durch das Rheintal bis zur Bergstraße und auf Gegenkurs zurĂŒck bis kurz vor Idar-Oberstein. Von dort gelang ihm der RĂŒckflug nach NastĂ€tten. Mit 69,9 km/h lieferte er den zweitschnellsten Flug ab.

Obwohl nur zwei der maximal drei FlĂŒge in der 2. Runde eingereicht werden konnten, landete der Aero Club NastĂ€tten auf Platz 12. Das ergibt 9 Rundenpunkte. Der 10. Tabellenplatz konnte so verteidigt werden. Wie schlecht das Wetter am vergangenen Wochenende war, zeigt die Rundenwertung. 13 der Zweitligisten flogen nĂ€mlich ĂŒberhaupt nicht.

Text: Jens-Christian Henke

 

Guter Saisonstart fĂŒr den ACN

Von den 30 Zweitliga-Vereinen landet der ACN in der ersten Runde auf Platz 10 und erzielt dabei sehr erfreuliche 11 Rundenpunkte

Cumuluswolken weit ĂŒber dem MeeresspiegelMax Karl und Michael Schmitt (v.l.n.r.) hat der Flug ganz offenbar viel Spaß gemachtSegelflugreferent Peter Fabian
Skiort Winterberg im hohen SauerlandFlug zurĂŒck nach NastĂ€ttenUli Leukel und Martin Fuhr (v.l.n.r.) nach der Landung

Photos: Michael Schmitt, Gerson Brands, Martin Fuhr, Thomas Paulsen

Der Start der Segelflugbundesliga fiel auf eines der bisher schönsten Wochenenden in diesem Jahr mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Nachdem sich der Aero Club NastĂ€tten vier Jahre lang in der 1. Segelflugbundesliga halten konnte, fliegt der Verein jetzt wieder in der 2. Segelflugbundesliga. So können die Regeln kurz dargestellt werden: Es werden pro Ligaverein die jeweils drei schnellsten Rundengeschwindigkeiten addiert. Dabei wird pro Flug die schnellste Reisegeschwindigkeit in einem 2,5-Stunden Zeitfenster mit dem Handicap-Faktor des Segelflugzeuges multipliziert. Der schnellste Verein kassiert 20 Punkte, der zweitschnellste 19 Punkte und so weiter. Die langsamsten 10 Vereine mĂŒssen sich also mit maximal einem Rundenpunkt zufrieden geben.

Der NastĂ€tter Dr. Malte Bernhardt legte eine Rundengeschwindigkeit von 103,4 km/h auf seiner Antares 20E vor. Dieses ungewöhnliche Segelflugzeug mit 20 m Spannweite startet umweltfreundlich und leise mit einem starken Elektromotor. Eine Akkuladung ermöglicht Steigphasen von in Summe 3.000 Höhenmetern. Antriebslos flog er unter wunderschönen Cumuluswolken zunĂ€chst gegen den Nordostwind bis zum Edersee. Auf dem 170 km langen RĂŒckenwindschenkel bis in den Soonwald erzielte er eine Reisegeschwindigkeit von 129 km/h.

Der ACN-Segelflugreferent Peter Fabian war mit einer Rundengeschwindigkeit von 99,9 km/h auf seiner LS 4 "Hotel Papa" am zweitschnellsten in der Luft. In seinem Segler mit 15 m Spannweite flog er ebenfalls zunĂ€chst gegen den frischen Nordostwind bis an den Nordrand des Sauerlands. Nach der Wende ging es mit dem Wind im RĂŒcken ĂŒber 100 km/h schnell zurĂŒck ins Blaue LĂ€ndchen.

Das Bundesligateam der 1. Runde komplettierten Uli Leukel mit Co-Pilot Martin Fuhr. Sie steuerten ihre ASH25Mi "Delta" mit einer Spannweite von 26,5 m weit ĂŒber die Berge des Sauerlands. Von dort ging es mit dem RĂŒckenwindturbo bis an die französische Grenze. Ihre Rundengeschwindigkeit betrug 97,5 km/h.

Weitere sieben ACN-Piloten genossen die hervorragende Fernsicht und die gute Thermik. Die Summe der drei Schnellsten betrug 300,79 km/h, so dass sich der ACN den 10. Platz sichern und sehr erfreuliche 11 Rundenpunkte kassieren konnte.

FĂŒr den Aero Club NastĂ€tten ist jedoch nicht nur der Leistungsflug ein Thema. Seit Bestehen des Vereins bildet der Segelflugverein jedes Jahr Pilotinnen und Piloten aus. Das erste Ziel fĂŒr jeden "FußgĂ€nger" ist der erste Alleinflug, der – entsprechendes Engagement vorausgesetzt – bereits im ersten Jahr möglich ist. Das nĂ€chste Ziel ist die Segelfluglizenz, die auch die Mitnahme von GĂ€sten im Doppelsitzer erlaubt. FĂŒr das weitere Training stehen allen aktiven Mitgliedern hochmoderne Vereinssegelflugzeuge zur VerfĂŒgung. Es sind aber nicht allein weite Strecken- und schnelle BundesligaflĂŒge, die den Segelflugsport so attraktiv machen. Ein zweistĂŒndiger Genussflug mit einem Oldtimer in FlugplatznĂ€he begeistert genauso wie ein aufregender Kunstflug mit Loopings, Turns und Rollen.

WĂ€hrend der Schnuppertage vom 01. – 03. Mai besteht die Gelegenheit, den faszinierenden Segelflugsport und den Aero Club NastĂ€tten nĂ€her kennenzulernen. Alle Infos dazu hier.

Text: Jens-Christian Henke

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